Ernährungsformen
Aufgetischt – Ernährungsmythen im Check
Veröffentlicht am:19.01.2024
7 Minuten Lesedauer
Brot und Nudeln machen dick, Kaffee entwässert und Eier erhöhen den Cholesterinspiegel. Die Liste solcher Mythen, Irrtümer und Halbwahrheiten im Bereich der Ernährung ist lang und viele von ihnen halten sich hartnäckig – 13 Mythen im Einzelcheck.

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Was sind Ernährungsmythen und wie entstehen sie?
Ernährungsmythen schreiben bestimmten Lebensmitteln oder Nährstoffen Eigenschaften zu, die sie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht haben. Manche Ernährungsmythen stammen noch aus Zeiten, in denen es weder Kühlschränke gab noch eine moderne Ernährungswissenschaft. Bei ihnen lässt sich der genaue Ursprung oft nicht ermitteln.
Modernere Mythen begleiten manchmal Ernährungstrends: Etwa eine Steinzeiternährung, bei der der Verzehr von viel Fleisch und wenig Kohlenhydraten befürwortet wird – wovon echte Fachleute abraten. Die Ernährungswissenschaft liefert Erkenntnisse zum Nährwert von Lebensmitteln oder zum Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit. Trotzdem gibt es heute vermutlich mehr Ernährungsmythen als früher. Teilweise stammen solche modernen Mythen aus der Werbung oder aus missverständlichen Formulierungen in Pressemitteilungen von Forschungsinstituten. Wenn dann noch eine Nachrichtenredaktion eine Meldung verkürzt weiterleitet (etwa ohne den Hinweis, dass ein bestimmtes Lebensmittel einen Effekt nur bei Mäusen erzielt), ist der Mythos in der Welt.
Die digitalen Medien bieten einen idealen Nährboden für die Verbreitung von Unwahrheiten aller Art. Ernährungsmythen erreichen durch das Weiterleiten, Sharen oder Verlinken ein größeres Publikum und verbreiten sich immer schneller. Allein in deutscher Sprache dürfte es tausende Websites, Blogs und Vlogs mit Ernährungstipps geben. Selbstverständlich gibt es darunter auch seriöse Angebote, aber viele von ihnen verbreiten falsche Ernährungsaussagen. Denn jeder und jede kann sich zum Ernährungsspezialisten oder zur -spezialistin berufen fühlen und ungefiltert persönliche Ansichten kundtun.
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Am Abend zu essen macht dick Dunkles Brot ist gesünder als helles Eier erhöhen den Cholesterinspiegel Eiweißpräparate sind für Sportler- und sportlerinnen wichtig Energydrinks steigern die Leistung Fett ist immer schlecht Kaffee ist ungesund und entwässert Kohlenhydrate machen dick Light-Produkte machen schlank Smoothies sind genauso gesund wie frisches Obst und Gemüse Spinat darf nicht wieder aufgewärmt werden Die Einnahme von Vitamin C schützt vor Erkältungen Zitrusfrüchte haben den höchsten Gehalt an Vitamin C

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So erkennen Sie seriöse Beiträge im Netz
Im Internet geht es oft mehr um die Erregung von Aufmerksamkeit als um Fachwissen. Andererseits gibt es auch wertvolle Beiträge von echten Ernährungsfachleuten. Wie kann man sie erkennen?
Ein paar Tipps:
- Vorsicht bei Überschriften, die Sensationen versprechen. Wer seriös informiert, kennt keine Wunderlebensmittel.
- Vorsicht, wenn die Quelle für die Informationen nicht genannt wird. Fundierte Empfehlungen werden oft von Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mitgetragen. Geht es um neuere Forschung, sollte die Originalstudie verlinkt sein. Ist der Urheber oder die Urheberin selbst Experte oder Expertin? Das sollte überprüfbar sein.
- Vorsicht bei Empfehlungen, die nur auf persönlichen Erfahrungen beruhen. Was bei einer Person funktioniert, muss keine Allgemeingültigkeit haben.
- Vorsicht, wenn empfohlene Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel auf der Website vertrieben oder beworben werden. Wer vom Verkauf profitiert, ist selten ein guter Ratgeber.
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