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Psychologie

Psychische Gesundheit: Was schadet, was hilft ihr?

Veröffentlicht am:15.03.2022

6 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 03.05.2024

Probleme und Krisen können sehr belastend sein und sich auf das Wohlbefinden auswirken. Mit gezielten Übungen und einer achtsamen Lebensweise können Sie Ihre psychische Gesundheit positiv beeinflussen.

Ein Mann steht in seiner Küche und trinkt Tee.

Methoden zur Stärkung der mentalen Gesundheit

Persönliche und äußere Lebensumstände wirken sich auf das menschliche Wohlbefinden und die Lebensqualität aus. Wenn Sie an diesen Stellschrauben drehen, können Sie Ihre psychische Gesundheit beeinflussen – auch präventiv. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert psychische Gesundheit als einen „Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft beitragen kann“. 

Günstige Bedingungen im Lebensumfeld, zum Beispiel in der Partnerschaft, der Familie, im Wohnumfeld oder bei der Arbeit, stärken das Wohlbefinden – sind aber nicht immer durch einen selbst beeinflussbar. Das eigene alltägliche Verhalten hingegen ist es schon. Einige wenige Regeln und Übungen können Ihnen helfen, Ihre psychische Gesundheit durch Prävention zu fördern.

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1. Zeigen Sie Achtsamkeit sich selbst gegenüber: Fragen Sie sich nach Ihren eigenen Bedürfnissen und stellen Sie diese nicht hintenan – das schließt Rücksicht auf andere nicht aus.

2. Achten Sie auf Ihren Lebensstil. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Erholung und Schlaf unterstützen die psychische Gesundheit. Der Verzicht aufs Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum ebenso.

3. Leben Sie Ihre sozialen Beziehungen bewusst aus und nehmen Sie sich Zeit dafür. Wenn Sie wenig Kontakte haben, suchen Sie gezielt Gemeinschaftsangebote (Vereine, Kirchengemeinden, Nachbarschaftstreffs). Einsamkeit ist ein Gesundheitsrisiko. Jeder hat seine eigene Wohlfühlgrenze, wieviel und was ihm guttut. Probieren Sie sich aus.

4. Zeigen Sie soziales Engagement. Ein Ehrenamt kann glücklich machen. Helfen Sie anderen, beispielsweise in der Seniorenhilfe oder bei einer Tafel. Das fördert die Selbstwertschätzung – und sich selbst als wertvoll zu empfinden, stärkt die Psyche. Es gibt unzählige Möglichkeiten, ehrenamtlich tätig zu werden. 

5. Trennen Sie Arbeit und Freizeit. Arbeiten Sie möglichst nicht nach Feierabend oder am Wochenende und nehmen Sie keine Arbeit mit in den Urlaub. Körper und Geist brauchen Erholung.

6. Vermeiden Sie berufliche Überlastung und Stress. Legen Sie im Rahmen der Möglichkeiten regelmäßige Pausen bei der Arbeit ein. Wenn Sie sich oft gestresst fühlen – beruflich und/oder privat –, beschäftigen Sie sich mit Stressmanagement. Manchmal steht die Überlegung an, ob Ihr Arbeitsplatz, Ihr Arbeitgeber oder Ihr Beruf noch zu Ihnen passt.

7. Bewegen Sie sich ausreichend. Für viele ist Sport ein wertvoller Ausgleich, andere Menschen entspannen sich besser bei Bewegung ohne sportlichen Anspruch, etwa Spazierengehen. Jede körperliche Bewegung zählt!

8. Versuchen Sie es zusätzlich mit Entspannungsübungen. Auf dem YouTube-Kanal der AOK gibt es eine Fülle an passenden Tutorials für Stressabbau, Achtsamkeit und Entspannung. Kennen Sie schon die Entspannungsfaust? Kennen Sie schon die Entspannungsfaust?

9. Betätigen Sie sich kreativ. Es gibt Menschen, bei denen eine künstlerisch-kreative Beschäftigung das psychische Wohlbefinden fördert, etwa Schreiben, Malen oder Zeichnen. Probieren Sie es einfach aus.

10. Weichen Sie Problemen und Konflikten nicht aus. Verdrängung macht alles oft noch schlimmer. Lassen Sie sich bei Bedarf helfen, um Probleme zu lösen. Das ist kein Anzeichen von Schwäche, sondern von Ehrlichkeit und Mut. Beratungsstellen helfen in vielen Lebenslagen weiter, um einen Ansatzpunkt für Lösungen zu finden.

11. Versuchen Sie, im Leben neugierig zu bleiben. Offenheit für Neues schafft Abwechslung und regt die Lebensgeister an.

12. Resilienz: Stärken Sie Ihre psychische Widerstandskraft. Es ist möglich, die Fähigkeit, belastende Situationen gut zu überstehen und im Idealfall sogar gestärkt daraus herauszugehen, zu erlernen. Es gibt Strategien für Erwachsene und Kinder, die sehr hilfreich sein können.

Es sind kleine Schritte, aber mit großer Reichweite. Gesundheit, körperliche wie psychische, kann nie garantiert werden. Aber Menschen können mit einer achtsamen Lebensweise vieles tun, um sie so lange wie möglich zu erhalten.

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Was kann sich ungünstig auf die psychische Gesundheit auswirken?

Wesentliche Voraussetzung für die Lebensqualität ist die psychische Gesundheit. Eine Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit reicht von leichten Einschränkungen bis zu schweren psychischen Störungen – das können belastende Alltagssituationen sein oder schwere Schicksalsschläge. Wir befinden uns in einem stetigen Wechsel zwischen Anspannung und Erholung. Wenn belastende Situationen überwiegen, wirkt sich das entsprechend ungünstig auf unser psychisches Wohlbefinden aus. Ist es einmal aus dem Gleichgewicht, sind Menschen anfälliger dafür, Krisen nicht bewältigen zu können. Betroffene fühlen sich überlastet, leiden unter ihren Lebensumständen – und ihre mentale Gesundheit ist gefährdet. 

Im Zustand des psychischen Wohlbefindens sind Menschen ausgeglichen und in der Lage auf Stress oder plötzliche Ereignisse angemessen zu reagieren. Körper, Psyche und soziales Umfeld wirken gemeinsam auf unsere allgemeine Gesundheit. 

Nicht jede psychische Belastung entwickelt sich zu einer psychischen Erkrankung und es ist auch nicht so, dass man durch Vorsorge psychische Erkrankungen wie Depressionen oder immer verhindern kann. Allerdings kann ein achtsamer Umgang mit sich selbst dazu beitragen, die eigene psychische Gesundheit bestmöglich zu stärken. Ist man aber bereits erkrankt, lässt sich die Krankheit nicht allein durch eine Änderung der Lebensumstände behandeln – hier ist in jedem Fall ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe gefragt.

Solange Stress nur kurz anhält spricht man noch von gesundem Stress. Sobald Stress aber dauerhaft wird, kann er uns krank machen. Arzt Felix Berndt („Doc Felix“) zeigt im Video, mit welchen Techniken wir zwischendurch dem Stress entfliehen können.

Einfluss äußerer Faktoren auf die psychische Gesundheit

Wie stark die Auswirkung äußerer Faktoren auf die psychische Gesundheit sein kann, zeigt die Corona-Krise. Die Covid-19-Krankheit selbst und die Überflutung mit Bildern, widersprüchlichen Meinungen und Prognosen erzeugten Verunsicherung, Angst, Stress und Sorge, insbesondere bei Älteren, Betreuungspersonen und Menschen mit Vorerkrankungen. Quarantäne- und andere Schutzmaßnahmen verstärkten die soziale Isolation von denjenigen Menschen, die ohnehin nur schlecht sozial eingebunden sind, oder von solchen, für die ein normales Berufsleben mit seinen sozialen Kontakten sehr wichtig für das eigene Wohlempfinden ist. 

Für Kinder und junge Menschen war die abrupte Unterbrechung ihrer existentiellen Entwicklungsbedürfnisse ein großer Stressor und Störfaktor für ihre seelische Gesundheit – dies ist mittlerweile wissenschaftlich gut belegt. Kinder und Jugendliche leiden, wenn die sozialen Kontakte in Schule und Freizeit fehlen, und psychische Problem treten verstärkt auf. Es gibt Hinweise darauf, dass häusliche Gewalt und andere Kindeswohlgefährdung im Verlauf der Pandemie zugenommen haben. 

Unvermittelt ist während der Pandemie neben der körperlichen auch die psychische Gesundheit in den Fokus gerückt. Wir spüren deutlich, dass Einsamkeit und Einschränkungen unserer Handlungsfreiheiten krank machen können. Dass fehlender Ausgleich in der Freizeit – sei es Sport, Kultur oder der Restaurantbesuch in lieber Gesellschaft – auf das Gemüt drückt. Die Pandemie gefährdet die psychische Gesundheit weiter Teile der Bevölkerung, weshalb die Weltgesundheitsorganisation mit einer deutlichen Zunahme von Depressionen oder Suchterkrankungen rechnet.

In belastenden Zeiten ist es besonders wichtig, die Psyche zu stärken

Manche Menschen sind mental so stabil, dass sie mit den Belastungen durch eine Krise, wie zum Beispiel der Corona-Pandemie, gut umgehen können – anderen gelingt das nicht so leicht. Seelisch gestresst fühlen sich wahrscheinlich viele. Sich dann womöglich noch weiter zurückzuziehen, kann die Probleme jedoch verstärken. Neben gesellschaftlichen Anstrengungen, um negative seelische Folgen für Menschen zu mildern, ist Eigeninitiative gefragt. Es können immer wieder neue Wege und Strategien gesucht werden, um den persönlichen Bedürfnissen gerecht zu werden und besser mit Belastungen umzugehen.

Menschen können die Kraft der sozialen Gemeinschaft nutzen, indem sie ihren Familien- und Freundeskreis besonders gut pflegen, Beratungsangebote von Kommunen in Anspruch nehmen oder das Miteinander zum Beispiel in Vereinen, im Ehrenamt oder in Religionsgemeinschaften suchen. Ausflüge in die Natur verschaffen einen psychischen Ausgleich, Bewegung im Allgemeinen einen körperlichen: Das trägt dazu bei, das Leben in der Balance zu halten. 

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