Lerngebiete | Lernziele | Lerninhalte | Zeitrichtwerte in Stunden |
1. Aufgabe der Wirtschaft | Die wirtschaftlichen Aktivitäten auf die Bedürfnisse des Menschen zurückführen
Das Spannungsverhältnis zwischen dem menschlichen Streben nach bestm öglicher Güterversorgung und der Begrenzung und Bedrohung der natürlichen Ressourcen beschreiben
Das ökonomische Prinzip als Ausdruck des allgemeinen Rationalitätsprinzips begreifen und seine Ausprägungen erläutern
Wirtschaftliche Grundfragen darstellen und ihren Zusammenhang mit der Wirtschaftsordnung aufzeigen
Wirtschaftsordnungen als Steuerungssysteme der Wirtschaft kennzeichnen und am Konzept der Sozialen Marktwirtschaft konkretisieren
Wirtschaftsordnungen in ihrer Abhängigkeit von sich wandelnden gesellschaftlichen Wertvorstellungen darstellen und ihre Eignung zur Lösung gegenwärtiger und künftiger ökonomischer, ökologischer und sozialer Problemstellungen würdigen | Mensch und natürliche Umwelt
Bedürfnisse
Wirtschaftsgüter
Produktion, Verteilung, Konsumtion
Ökonomisches Prinzip unter Einbeziehung der Ökologie
Wirtschaftliche Grundfragen
z. B.
- - Welche Güter sollen produziert werden?
- - Wie sollen diese Güter produziert werden?
- - Wo sollen Produktionsstätten errichtet werden?
- - Nach welchen Kriterien sollen die produzierten Güter verteilt werden?
Merkmale von Wirtschaftsordnungen
z. B.
- - Art der Planung
- - Instrument zur Koordinierung wirtschaftlicher Prozesse
- - Rolle des Staats
- - Formen des Eigentums an den Produktionsmitteln
- - Arten und Umfang wirtschaftlicher Freiheit
Elemente des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft
z. B.
- - grundsätzlich dezentrale Planung von Produktion und Verteilung
- - grundsätzlich Steuerung der wirtschaftlichen Prozesse durch den Markt
- - in den Prinzipien funktionsfähiger Markt und sozialer Ausgleich begr ündetes breites Aufgabenfeld des Staats
- - überwiegend Privateigentum an den Produktionsmitteln
Soziale Marktwirtschaft - ein für gesellschaftliche und ökonomische Veränderungen offenes und gestaltungsbedürftiges Konzept | 25 |
2. Produktionsfaktoren | Einflussfaktoren auf den Produktionsfaktor Arbeit darstellen
Wechselseitige Zusammenhänge zwischen der Sozialversicherung und dem Arbeitsmarkt aufzeigen und einschätzen
Arbeitsteilige Prozesse und neue Formen der Arbeitsorganisation im Sozialversicherungsbetrieb mit ihren Folgen für Betrieb, Beschäftigte und Versicherte erläutern
Vorteile und Probleme der internationalen Arbeitsteilung für den Standort Deutschland aufzeigen
Unter der Zielsetzung, auch langfristig die Güterproduktion sicherzustellen, Vorschläge zum Schutz des Produktionsfaktors Natur analysieren, entwikkeln und beurteilen
Kapital als abgeleiteten Produktionsfaktor von den ursprünglichen Produktionsfaktoren Arbeit und Natur abgrenzen
Die Abhängigkeit der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von der Art der Ausstattung mit den Produktionsfaktoren Arbeit, Natur und Kapital kennzeichnen
Das Zusammenwirken der Produktionsfaktoren beschreiben sowie Ursachen und Folgen von Faktorsubstitution - unter Einbeziehung der Sozialversicherung - untersuchen | Produktionsfaktor Arbeit
- - Arbeitsmarkt
- - Einflussfaktoren auf Menge und Qualität der angebotenen Arbeitsleistungen (einschl. Altersaufbau der Bevölkerung)
- - Einflussfaktoren auf Menge und Qualität der nachgefragten Arbeitsleistungen
- - Arbeitsteilung
- - neue Formen der Arbeitsorganisation
Produktionsfaktor Natur
- - Funktionen der Natur im Zusammenhang mit der Güterproduktion
- - Gefährdung der Natur durch Güterproduktion
- - gesamtwirtschaftliche Maßnahmen zum Schutz der Natur
Produktionsfaktor Kapital
- - Voraussetzungen und Prozess der Kapitalbildung
- - Kapitalerhaltung und -erneuerung
Faktorkombination und Faktorsubstitution | 30 |
3. Wirtschaftskreislauf | Die Wirtschaftssektoren private Haushalte, Unternehmungen und Staat voneinander abgrenzen
Die Wirtschaftssektoren miteinander durch reale und monetäre Ströme verbinden
Den Ort der Sozialversicherung im Wirtschaftskreislauf bestimmen und den Beitrag der Sozialversicherung zur Bewältigung der volkswirtschaftlichen Aufgaben des Staats darstellen und bewerten
Entstehung und Verwendung des Bruttoinlandsprodukts unter Berücksichtigung der Sozialversicherung beschreiben
Grundlagenelemente des Steuersystems erläutern und Folgen staatlicher steuerpolitischer Maßnahmen auf Konsum und Ersparnis ableiten | Wirtschaftssektor private Haushalte
- - Haushaltstypen
- - volkswirtschaftliche Funktionen privater Haushalte
- - Faktoreinkommen und Transfereinkommen
- - Beziehungen zwischen Einkommen und Vermögen
- - Brutto-Nettoeinkommen, verfügbares Einkommen
- - Einflussfaktoren aus Konsum und Ersparnis
- - Konsumquote und Sparquote
- - Reale und monetäre Ströme zu und von anderen Wirtschaftssektoren
Wirtschaftssektor Unternehmungen
- - Volkswirtschaftliche Funktionen von Unternehmungen
- - reale und monetäre Ströme zu und von anderen Wirtschaftssektoren
Wirtschaftssektor Staat
- - Gebietskörperschaften und Sozialversicherungsträger
- - volkswirtschaftliche Funktionen
- - reale und monetäre Ströme zu und von anderen Wirtschaftssektoren
Gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung (Bruttoinlandsprodukt)
Wertschöpfungsbeiträge der Wirtschaftssektoren einschließlich der Sozialversicherung
Verwenden des Bruttoinlandsprodukts
- - Abgrenzung der Steuern von anderen staatlichen Einnahmen
- - Einteilung der Steuern nach Empfänger, Steuergegenstand und Erhebungstechnik
- - Funktionen von Steuern (einschließlich Beeinflussung ökologischen Verhaltens)
- - Steuer- und Abgabenquote
| 40 |
4. Markt und Preis | Die Aufgaben des Markts in einer auf Wettbewerb angelegten Wirtschaftsordnung erläutern
Aus dem Zusammenspiel von Güterangebot und Güternachfrage und den sie bestimmenden Größen in einfachen Fällen Marktpreise und die ihnen entsprechenden abgesetzten Gütermengen ermitteln
Unterschiedliche preispolitische Handlungsmöglichkeiten von Polypolisten, Oligopolisten und Monopolisten beschreiben und deren Auswirkungen auf andere Marktteilnehmer, u. a. auf die Sozialversicherungsbetriebe, darstellen | Merkmale des Markts
Marktarten (nach dem Marktobjekt)
Marktfunktionen
Bestimmungsgründe von Nachfrage und Angebot
Nachfrage und Angebot in Abhängigkeit vom Güterpreis
Verschiebung von Nachfrage und Angebot
Grundzüge der Preispolitik polypolistischer, oligopolistischer und monopolistischer Güteranbieter, insbesondere auf für die Sozialversicherung relevanten Märkten | 25 |
5. Betrieblicher Leistungsprozess | Den Sozialversicherungsbetrieb sowie andere Betriebe im Hinblick auf ihre Ziele und die von ihnen erstellte Leistung klassifizieren
Das System der betrieblichen Produktionsfaktoren erläutern und auf den Sozialversicherungsbetrieb übertragen
Das Dienstleistungsangebot von Sozialversicherungsbetrieben beschreiben und unterschiedliche Formen der Leistungserbringung vergleichen
Betriebliche Effizienzkriterien auf den Sozialversicherungsbetrieb übertragen
Marketingmaßnahmen von Sozialversicherungsbetrieben zu den einzelnen Instrumenten der betrieblichen Absatzpolitik darstellen und ihre Wirkung beurteilen
Ziele und Möglichkeiten umweltpolitischen Handelns von Sozialversicherungsbetrieben und anderen Betrieben erläutern und Normen betrieblicher Umweltpolitik in der beruflichen Praxis beachten | Gewinnorientiert und kostendeckungsorientiert arbeitende Betriebe sowie auf Zuschüsse angewiesene Betriebe, Sachgüterbetriebe und Dienstleistungsbetriebe
Betriebliche Produktionsfaktoren
- - Arbeitskräfte
- - Betriebsmittel
- - Werkstoffe
- - Dienstleistungen
Leistungserstellung
- - Leistungsprogramm
- - Formen der Leistungserbringung
Betriebliche Kennzahlen
- - Produktivität
- - Wirtschaftlichkeit
- - Rentabilität
- - Liquidität
Absatz (Marketing)
- - kundenorientierte Marktuntersuchungen
- - Produktpolitik
- - Preispolitik (Beitragspolitik)
- - Vertriebspolitik
- - Kommunikationspolitik
- - Marketing-Mix
Betriebliche Umweltpolitik
- - Rahmenbedingungen
- - Instrument
| 25 |
6. Geld und Zahlungsverkehr | Ein funktionsfähiges Geldsystem als eine wesentliche Voraussetzung für einen störungsfreien Ablauf wirtschaftlicher Prozesse charakterisieren
Auswirkungen von Geldwertverschlechterungen auf Einkommen und Vermögen von privaten Haushalten, Unternehmungen und Sozialversicherungsbetrieben ableiten und mögliche Reaktionen der betroffenen Wirtschaftssubjekte entwickeln
Wirkungsweise und Probleme währungspolitischen Handelns der Zentralbank zur Sicherung des Geldwerts analysieren
Die Bedeutung von Zahlungsformen und Zahlungsverkehrsinstrumenten in der Wirtschaft und in der Sozialversicherung aufzeigen
Sich in beruflichen und privaten Situationen für geeignete Zahlungsverkehrsinstrumente begründet entscheiden und diese problemfrei handhaben
Chancen und Risiken des sich wandelnden Zahlungsverkehrs einschätzen | Geldarten
- - Bargeld
- - Buchgeld (Sichteinlagen, Termineinlagen, Spareinlagen
Geldwert und Geldwertverschlechterungen
- - Kaufkraft und Preisniveau
- - Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte als Maßstab für Geldwertverschlechterungen (ohne Berechnung)
- - Inflationsursache
- - Inflationsfolgen
Aufgaben der Zentralbank
Stellung der Zentralbank gegenüber der Bundesregierung
Überblick über die währungspolitischen Befugnisse
Exemplarische Behandlung eines währungspolitischen Instruments
Bare und bargeldlose Zahlungen im Überblick
Überweisung
- - Funktion
- - Rechtsbeziehungen zwischen Zahlungspflichtigem, Zahlungsempfänger und beteiligten Kreditinstituten
- - Abwicklungen
Lastschrift (Einzugsermächtigungsverfahren)
- - Funktion
- - Rechtsbeziehungen zwischen Zahlungspflichtigem, Zahlungsempfänger und beteiligten Kreditinstituten
- - Abwicklung
Scheck
- - Funktion
- - Rechtsbeziehungen zwischen Zahlungspflichtigem, Zahlungsempfänger und beteiligten Kreditinstituten
- - Abwicklung
- - Scheckkarte (Funktion ec-Service, Rechtsbeziehungen zwischen Zahlungspflichtigem, Zahlungsempfänger und beteiligten Kreditinstituten
- - Scheck und Scheckkartenmissbrauch
Kreditkarte
- - Funktionen
- - Rechtsbeziehungen zwischen Zahlungspflichtigem, Zahlungsempfänger und beteiligten Kreditkartenherausgeber
- - Abwicklung
- - Kosten
- - Missbrauch
| 30 |
7. Rechtsformen der Betriebe | Betriebliche Rechtsformen erklären und die Sozialversicherungsbetriebe in das System der betrieblichen Rechtsformen einordnen
Veränderte Rechtsgrundlagen zu den betrieblichen Rechtsformen auf Entwicklungen in der Wirtschaft- und Arbeitswelt zurückführen
In der beruflichen Praxis die betrieblichen Rechtsformen beachten
Für vorgegebene betriebliche Ziele und Problemlagen in Einzelfällen geeignete Rechtsformen auswählen | Grundzüge des Systems betrieblicher Rechtsformen im privaten und im öffentlichen Recht
Merkmale von Rechtsformen
- - Firma
- - Rechtspersönlichkeit des Betriebs
- - Organe
- - Leitung
- - Haftung
- - Kontrollrecht
Besonderheiten und Bedeutung folgender Rechtsformen
- - Einzelunternehmung
- - Offenen Handelsgesellschaft
- - Aktiengesellschaft
- - Gesellschaft mit beschränkter Haftung
| 20 |
8. Unternehmenskonzentration und Wettbewerb | Die permanente Gefährdung der Funktionsfähigkeit einer auf Wettbewerb angelegten Wirtschaft durch Unternehmensverbindungen und andere Arten wirtschaftlicher Macht aufzeigen
Formen, Ziele und Folgen von Unternehmensverbindungen erläutern
Möglichkeiten und Grenzen staatlicher Wettbewerbspolitik untersuchen | Konzentration wirtschaftlicher Macht durch internes Wachstum eines Unternehmens und durch externes Wachstum (Unternehmensverbindungen)
Grundzüge von Formen von Unternehmensverbindungen
- - Kartelle
- - Unternehmenszusammenschlüsse (nach dem GWB)
Ziele von Unternehmensverbindungen
Folgen von Unternehmensverbindungen für Abnehmer und Lieferanten
Grundzüge wettberwerbsrechtlicher Einschränkungen von Unternehmensverbindungen
- - Grundsatz des Kartellverbots
- - Fusionskontrolle
- - Sanktionen der Kartellbehörden
| 20 |
9. Konjunktur | Konjunkturlagen und Konjunkturverläufe interpretieren
Schwankungen im Wirtschaftsablauf als ein für eine Marktwirtschaft mit dezentralen Entscheidungen und internationalen Verflechtungen unvermeidliches Phänomen erklären
Maßnahmen und Probleme der praktizierten staatlichen Konjunkturpolitik in ihren Grundzügen analysieren Auswirkungen der Konjunktur auf die Sozialversicherung beschreiben | Konjunkturphasen, Konjunkturzyklus
Konjunkturindikation
Konjunkturursachen
- - dem Marktprozess immanente Störungen (insbesondere Schwankungen der Nachfrage und der Investitionen)
- - von außen auf den Marktprozess wirkende Faktoren (z. B. technischer Fortschritt, staatliches Handeln)
Staatliche Konjunkturpolitik
- - Ziele nach dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft sowie weitere Ziele
- - Zielkonflikte
- - nachfrageorientierte Maßnahmen einschließlich antizyklischer Fiskalpolitik nach dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft
Probleme staatlicher Konjunkturpolitik | 25 |
10. Beschäftigung | Arbeitsmarktdaten auswerten und Arbeitslosenquoten kritisch würdigen
Unterschiede und Zusammenspiel der Formen der Arbeitslosigkeit darstellen
Folgen der Arbeitslosigkeit für private Haushalte, Unternehmungen, Gebietskörperschaften und Sozialversicherung ableiten
Staatliche und nichtstaatliche Maßnahmen zum Abbau von (struktureller) Arbeitslosigkeit untersuchen und - auch hinsichtlich ihrer Wirkungen auf die Sozialversicherung - bewerten | Arbeitsmarkt
- - Arbeitslose, Kurzarbeiter, offene Stellen
- - Stille Reserve
- - Arbeitslosenquote
Formen der Arbeitslosigkeit
- - friktionelle Arbeitslosigkeit
- - saisonale Arbeitslosigkeit
- - konjunkturelle Arbeitslosigkeit
- - strukturelle Arbeitslosigkeit (Ursachen: technischer Fortschritt, Arbeitsplatzexport, Nachfragewandel)
Folgen der Arbeitslosigkeit
z. B.
- - Einkommenseinbußen
- - erhöhte Transferzahlungen
- - ungenutztes und veraltendes Arbeitspotential
Maßnahmen zur Bekämpfung der (strukturellen) Arbeitslosigkeit
- - Ausweitung der Beschäftigungsmöglichkeiten (u. a. im Umwelt- und Sozialbereich)
- - Neuverteilung der vorhandenen Beschäftigungsmöglichkeiten
| 25 |
11. Ökonomische Dimension der europäischen Einigung | Die Grundidee und die wesentlichen Entwicklungsstufen des Zusammenschlusses europäischer Staaten zu einer Europäischen Union erläutern
Die Chancen und Risiken eines gemeinsamen Markts und einer Wirtschafts- und Währungsunion beurteilen | Die wirtschaftliche Integration als Mittel zur politischen Integration der Mitgliedsstaaten
Stationen der europäischen Einigung
z. B.
- - Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
- - Beschluss zur Errichtung einer Wirtschafts- und Währungsunion
- - Maastrichter Vertrag über die Europäische Union
Europäischer Binnenmarkt
- - Freiheiten
- - Vor- und Nachteile
Wirtschafts- und Währungsunion
- - Etappen zur Wirtschafts- und Währungsunion
- - Vor- und Nachteile einer gemeinsamen Währung
| 15 |