Aktiver Betrieb
Bewegter Austausch: Walk and Talk
Veröffentlicht am:14.02.2025
5 Minuten Lesedauer
Die Flexibilisierung der Arbeitswelt bringt auch neue Formen für Meetings hervor – zum Beispiel die Walk-and-Talk-Methode. Dabei wird produktives Arbeiten mit Bewegung an der frischen Luft kombiniert. Besprechungen im Gehen fördern die Gesundheit, die Kreativität und den Zusammenhalt im Team.

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Besprechung im Gehen fördern die Gesundheit
Warum ein Meeting nicht mal zur Abwechslung im Freien abhalten? Frische Luft und eine natürliche Umgebung steigern das Wohlbefinden. Eine Besprechung draußen im Gehen sorgt zudem dafür, dass die Organe – und insbesondere das Gehirn – besser mit Sauerstoff versorgt werden.

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Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Gehbesprechungen die Gesundheit und auch die Arbeitsleistung positiv beeinflussen können, sagt Romana Dreyer, Arbeits- und Organisationspsychologin sowie Geschäftsleitung des „Center for Better Work“ an der Universität Hamburg.
„Kreatives Denken wird gefördert, weil es so auch mal in einem anderen, informelleren Setting angeboten wird“, so Dreyer. Die Walk-and-Talk-Methode bietet sich dabei nicht nur für Menschen mit Bürojobs an.
Auch in produzierenden Unternehmen oder Handwerksbetrieben kann die Maßnahme eingesetzt werden. Zum Beispiel, wenn gemeinsame Überlegungen zur Weiterentwicklung des Betriebs oder die Suche nach kreativen Lösungen anstehen. Mitarbeitenden- oder Feedbackgespräche sind ebenfalls in Bewegung möglich.
Stressabbau durch Bewegung
Voraussetzung für das Gelingen bewegter Meetings ist eine möglichst ruhige Umgebung, zum Beispiel eine Seitenstraße oder ein nahe gelegener Park. Dreyer sagt: „Sonst ist die Ablenkung und somit kognitive Anstrengung zu groß.“
In einer entspannenden Umgebung würden das Energielevel und die Konzentrationsfähigkeit dagegen zunehmen. Gesundheitsfachleute wissen, dass Bewegung die physische und psychische Gesundheit fördern kann. Sie wirkt positiv auf die Herzgesundheit und den Stressabbau.
Denkblockaden lösen
Denkprozesse können angeregt, Denkblockaden gelöst und festgefahrene Pfade beim Spazierengehen im wahrsten Sinne des Wortes verlassen werden. Eine kleine Runde übers Betriebsgelände reiche dabei manchmal schon aus.
Diese Alternativen zum klassischen Sitzmeeting im Büro fördern zudem den Dialog und somit die Qualität der sozialen Interaktion von Teams, sagt Dreyer. Die Bewegung und der Ortswechsel können generell einen positiven Verlauf von Unterhaltungen befördern: Durch das Nebeneinandergehen und Gespräche „auf Augenhöhe“ fühlen sich sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende oft wohler als im typisch statischen Konferenz-Setting.
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Es muss nicht immer draußen sein
Grundsätzlich gilt: Je nach Thema, Aufgabe und Beteiligten kann es sinnvoll sein, im Sitzen, im Stehen oder Gehen zu sprechen. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle; zum Beispiel das Wetter, die Aufgeschlossenheit der Führungskraft für flexible Arbeitsformen und die konkreten Inhalte und Ziele des Gesprächs.
Hier gibt es Grenzen: So wirkt es etwa wertschätzender, für eine Kündigung den professionellen und nüchternen Rahmen eines Besprechungsraums zu nutzen.
Wichtig ist immer, dass das Bewegungsmeeting zur Wahl steht und kein Zwang ist. Beschäftigte und Arbeitgeber klären zusammen, dass die Arbeitsform als Arbeitszeit akzeptiert wird.
Tipp: Ergebnisse sofort festhalten
Für eine möglichst nachhaltige Wirkung sollten die neuen Ideen und Impulse direkt nach Rückkehr vom Bewegungsmeeting schriftlich festgehalten beziehungsweise direkt umgesetzt werden, rät Dreyer.
Tipps für den Arbeitsalltag
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