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Arbeitgebermagazin

Psychische Gesundheit

Mitarbeitende aufblühen lassen

Veröffentlicht am:27.01.2025

5 Minuten Lesedauer

Positive Psychologie fördert das Wohlbefinden und steigert die Resilienz von Mitarbeitenden. Durch einfache Übungen und systematische Ansätze lassen sich die Produktivität und das Arbeitsklima verbessern sowie das individuelle Wohlbefinden stärken. Mailin Modrack von der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie erläutert, wie diese Methoden im Unternehmensalltag angewendet werden können.

Ein Mann steht in einer Werkstatt und lacht

© AOK

Grundlagen der Positiven Psychologie

Mit Positiver Psychologie können Menschen ihre Kompetenzen stärken, das Wohlbefinden steigern und ihre sozialen Beziehungen verbessern. Auch Arbeitgeber können von diesen Ansätzen profitieren. Denn wer mehr positive Faktoren im Unternehmen einbringt, erreicht damit auch ein Mehr an Resilienz, Wachstum, Zufriedenheit im Betrieb und eine bessere Unternehmenskultur.

Damit wird Konflikten und Belastungen vorgebaut – wenn sie dennoch entstehen, werden sie jedoch auch aufgearbeitet. Welche Faktoren Positive Psychologie noch beinhaltet und wie man sie im Unternehmen implementiert, erklärt Mailin Modrack von der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie (DGPP)

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Interview mit Mailin Modrack

Frau Modrack, ganz grundsätzlich: Was ist Positive Psychologie?

Mailin Modrack: Die klinische Psychologie beschäftigt sich vor allem mit der Erforschung und Therapie von Krankheiten. Der Positiven Psychologie geht es dagegen darum, Potenziale in Menschen aufzudecken und zu fördern. Wenn man sich also das Wohlbefinden der Menschen auf einem Spektrum von -10 bis +10 vorstellt, dann zielt die klinische Psychologie darauf, Menschen aus dem negativen Bereich zu holen und auf null zu bringen. Die Positive Psychologie versucht dagegen, das Wohlbefinden der Menschen auch im positiven Bereich noch weiter zu steigern.

Ist Positive Psychologie praktisch orientiert?

Mailin Modrack: Ja. Wir arbeiten in erster Linie mit Übungen – „Interventionen“ –, die darauf abzielen, ein Mehr an Wohlbefinden zu generieren. Dabei ist der erste Schritt zumeist, Menschen in die Selbstreflexion zu führen: Was will ich eigentlich? Was sind meine Stärken? Daran anknüpfend bewegen wir Menschen dann durch Nudges – also Stupser, die das Verhalten unterbewusst verändern – immer weiter in Richtung +10. Dabei basieren die meisten Methoden der Positiven Psychologie auf einem breiten wissenschaftlichen Fundament.

„Deutlich zufriedenere und gesündere Mitarbeitende tragen wesentlich zum Erfolg eines jeden Unternehmens bei.““

Mailin Modrack
Kommunikationswissenschaftlerin (Master in Positiver Psychologie) bei der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie (DGPP)

Wie funktioniert das im Unternehmen?

Porträt von Kommunikationswissenschaftlerin Mailin Modrack
Mailin Modrack, Kommunikationswissenschaftlerin (Master in Positiver Psychologie) bei der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie (DGPP)

© privat

Mailin Modrack: Die Positive Psychologie deckt eine große Bandbreite an Themen ab. Sie fragt, welche Ziele die Mitarbeitenden verfolgen und wie sich diese zu den Zielen des Unternehmens als Ganzes verhalten. Sie betrachtet die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Belegschaft genauso wie das Sinnempfinden der Beschäftigten.

Der Prozess beginnt dabei oft mit Befragungen, die den Ist-Zustand im Unternehmen einfangen. In einem zweiten Schritt kann man dann mit Trainings gezielt Veränderungen anstoßen, um diese schließlich von sogenannten Botschaftern und Botschafterinnen aus dem Team durch wiederkehrende Workshops, gemeinsame Meeting-Rituale oder ein offizielles Unternehmensleitbild im Unternehmen nachhaltig verankern zu lassen.

Auf diese Weise werden auch etwaige Konflikte im Unternehmen identifiziert, aktiv angegangen und langfristig reduziert. Das Resultat sind deutlich zufriedenere und gesündere Mitarbeitende. Und die tragen wesentlich zum Erfolg eines jeden Unternehmens bei.

Verraten Sie eine Übung?

Mailin Modrack: Wir benötigen als Menschen etwa fünf positive Emotionen, um eine einzige negative Emotion auszugleichen. Darum brauchen wir effektive Methoden, um gezielt positive Emotionen auszulösen.

Da helfen zum Beispiel Dankbarkeitsübungen: einfach mal im Teammeeting fragen, für welche drei Dinge alle Anwesenden gerade besonders dankbar sind. Dauert zwei Minuten, ist aber sehr wirksam, wenn man es regelmäßig macht.

Übungen wie diese tragen zum persönlichen Wohlbefinden jedes einzelnen Menschen bei. Auf diese Weise verbessern sie aber auch die Zusammenarbeit und Zufriedenheit im gesamten Unternehmen. Und das kann für mehr Produktivität, einen niedrigeren Krankenstand und mehr Attraktivität als Arbeitgeber sorgen.

Eine Grafik zeigt, was Beschäftigte motiviert

© AOK

Quelle: EY-Jobstudie 2023

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