Unternehmenskultur
Das haben Sie toll gemacht
Veröffentlicht am:28.01.2025
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Menschen, die sich wertgeschätzt fühlen, sind glücklicher und produktiver. Damit Lob und authentische, menschliche Begegnungen im Arbeitsalltag nicht zu kurz kommen, können Arbeitgeber feste Rituale einführen. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.

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Wertschätzung zahlt sich aus
Auch wenn Wertschätzung und Menschlichkeit in vielen Betrieben bereits Teil der Unternehmenskultur sind, spüren das nicht alle Beschäftigten: Laut einer Forsa-Umfrage fühlen sich fast 60 Prozent der Beschäftigten in Deutschland unzureichend wertgeschätzt.
Eine wertschätzende Kultur zu etablieren oder zu stärken, führt nachweislich zu weniger Fehlzeiten und langfristiger Mitarbeitendenbindung: Studien belegen seit Längerem, dass zu wenig Anerkennung am Arbeitsplatz der Produktivität schadet und das Risiko für Stress und Burn-out in der Belegschaft erhöht.
Ein Lob aufs Lob
Führungskräfte haben großen Einfluss darauf, wie wertgeschätzt sich ihre Mitarbeitenden fühlen. Regelmäßiges, gut begründetes Lob ist hierbei ein so zentrales wie unterschätztes Werkzeug. Mindestens ebenso wichtig ist es, den einzelnen Angestellten aufzuzeigen, wie ihre Arbeit zu den Zielen des Unternehmens beiträgt. Denn das verdeutlicht die Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns. Wer das bei der Arbeit erlebt, hat auch weniger gesundheitliche Probleme und Fehltage, zeigte der Fehlzeitenreport 2023 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).
Ideen für konkrete Rituale im Arbeitsalltag
Wertschätzung bedeutet jedoch auch, Mitarbeitende unabhängig von ihrer Leistung im Betrieb als Menschen mit Gefühlen sowie Wünschen, Hobbys und Familie wahrzunehmen. Echtes Interesse am anderen ist die Grundvoraussetzung für ein gutes soziales Miteinander am Arbeitsplatz – und damit auch für das psychische Wohlbefinden der Belegschaft.
Je größer und unübersichtlicher ein Unternehmen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Mitarbeitende sich nicht wirklich als individuelle Menschen wahrgenommen fühlen. Bei hybriden oder komplett mobilen Arbeitsmodellen kann sich das noch verstärken. Umso wichtiger ist es, Praktiken der Wertschätzung fest im Arbeitsalltag zu verankern. Neben einer positiven Unternehmenskultur helfen ganz konkrete Rituale, Lob und Anerkennung auch wirklich immer wieder auszusprechen. Wir stellen ein paar Ideen vor.
Ideen für regelmäßige Wertschätzung im Alltag
Check-in-Meetings: Hier finden neben beruflichen auch private Themen Platz. Der Vorteil ist, dass sich auch die Führungskraft von ihrer menschlichen Seite zeigen und authentisch sein kann. Das erzeugt Vertrauen und Sympathie.
Hochzeitsfeier: Private und berufliche Meilensteine der Teammitglieder werden gebührend gefeiert – wie beispielsweise die Hochzeit, Nachwuchs oder der Abschluss eines Projekts. Hier können Führungskräfte, etwa mit einer Rede, zeigen, wie gut sie ihr Team kennen. Binden Sie alle ein, um zu erfahren, welche Rituale sich das Team für welche Anlässe wünscht.
Sommerfest und Weihnachtsfeier: Gemeinsames Feiern stärkt den Teamgeist, Beschäftigte lernen sich kennen und fühlen sich durch die Organisation eines Festes vom Arbeitgeber wertgeschätzt. Fragen Sie doch mal nach neuen Ideen: Hier mitbestimmen zu können, kommt gut an.
Regelmäßiger Eisbrechereinstieg: Auch ganz normalen Arbeitsmeetings lässt sich mit einer gezielten, arbeitsfernen Frage eine menschlichere Note verleihen. Ein Beispiel: „Worüber haben Sie sich diese Woche besonders gefreut?“
Kommunikation für Führungskräfte
Ausreichende und gute Kommunikation ist ein wichtiges Instrument der Wertschätzung. Infos und Tipps, wie sie auch in Zeiten von Homeoffice gelingt, erfahren Sie im AOK-Fachportal für Arbeitgeber in der Rubrik „Gesund führen“.