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Arbeitgebermagazin

Ausbildung

Neue Kanäle, neue Zielgruppen

Veröffentlicht am:13.02.2025

5 Minuten Lesedauer

Die Verhältnisse im Recruiting haben sich verschoben: Während Fachkräfte bis vor Kurzem noch selbst Stellen suchen mussten, ist es nun an den Unternehmen, aktiv auf Talente zuzugehen. Um auf diesem kompetitiven Markt zu bestehen, feilen Arbeitgeber überall in Deutschland an ihrem Employer Branding, führen zum Beispiel Homeoffice ein und starten kostspielige Recruiting-Kampagnen.

Eine Frau mit Schutzkleidung, Gehörschutz und Schutzbrille beim Schweißen

© fotografixx via Getty Images

Andere Zielgruppen ansprechen

Viele Unternehmen finden nicht genug Bewerbende, um offene Stellen zu besetzen. Umso wichtiger ist es, die Suche auszuweiten. Auf einem Arbeitsmarkt, auf dem im zweiten Quartal 2024 insgesamt 1,34 Millionen Stellen unbesetzt blieben, wirken diese Maßnahmen jedoch begrenzt. Mehr Potenzial haben Ansätze, die darauf abzielen, bislang seltener angesprochene Zielgruppen zu erreichen.

Junge Menschen begeistern

Junge Talente über digitale Kanäle erreichen Modernes Recruiting läuft heutzutage oft über digitale Kanäle. Doch nicht alle Maßnahmen sind gleichermaßen geeignet, junge Menschen zu erreichen. Je jünger die Zielgruppe, desto mobiler sollte die Ansprache sein.

Die Generation Z surft überwiegend mit dem Smartphone im Netz. Bewerbungsformulare sollten also möglichst kurz sein. Auch Bewerbungen per Sprachnachricht oder Video sind möglich. Und eine Kontaktaufnahme via WhatsApp birgt Vorteile für Unternehmen, die so mit Interessierten in den Dialog treten können.

Recruiting abseits klassischer Formen

„Dialog“ ist das Zauberwort, wenn es um die Ansprache junger Zielgruppen geht. Darum ist Social-Media-Recruiting hier weiterhin einer der wichtigsten Aspekte. Dafür gilt es, auf den Plattformen aktiv zu sein. Neben regelmäßigen Postings bedarf es dabei vor allem eines Community Managements, das zeitnah auf Kommentare reagiert und selbst den Kontakt zu Talenten sucht.

Ein Handy steht im Querformat auf einem Stativ. Auf dem Handybildschirm ist eine junge Frau zu sehen

© tirachard - stock.adobe.com

Wer junge Talente gewinnen will, muss dorthin, wo sie sich bewegen – in den digitalen Raum

Von Gaming bis Sponsoring

Dabei muss Social Recruiting nicht auf die Karriere-Plattformen beschränkt bleiben. Je nach Zielgruppe sind andere Netzwerke besser geeignet. Und dann gibt es noch das ganze Gaming-Ökosystem aus dem Live-Streaming-Videoportal Twitch, dem Instant Messenger Discord und weiteren Kanälen, in denen digitalaffine Talente zu finden sind.

Auch im immer beliebteren E-Sport bieten sich viele Optionen für Recruiting-Maßnahmen – von Werbeplatzierungen über Sponsorings bis hin zu interaktiven Formaten. So können Sie Ihre Arbeitgebermarke präsentieren, Stellen ausschreiben und mit potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern in Kontakt treten.

Fachkräfte aus dem Ausland

Um Mitarbeitende aus dem Ausland zu rekrutieren, gibt es verschiedene Wege. Die Business-Netzwerke LinkedIn und XING bieten sich vor allem für Unternehmen an, die hoch qualifizierte Fachkräfte suchen. Schwieriger wird es da schon, wenn Auszubildende oder andere Mitarbeitende gefunden werden sollen. Sehr wirksam können Corporate Influencer sein.

Ausländischen Mitarbeitenden beim Ankommen helfen

Bei der Einstellung ausländischer Angestellter gibt es rechtliche und steuerliche Besonderheiten. Ab dem ersten Arbeitstag gilt für Arbeitskräfte aus dem Ausland dieselbe Pflicht zur Sozialversicherung in allen Zweigen, wie sie auch alle deutschen Staatsangehörigen betrifft. Je nachdem, aus welchem Land die Fachkraft kommt, für wie lange sie in Deutschland bleibt und welchen Status die Zusammenarbeit hat, greifen unterschiedliche Regelungen zu Visa und Aufenthaltserlaubnis. Hier können Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden helfen, sich im neuen Land besser zurechtzufinden.

  • Beschäftigung ausländischer Mitarbeitender

    • Wer in Deutschland arbeitet, benötigt eine Krankenversicherung.
    • Wenn Sie Personal aus dem Ausland rekrutieren, gibt es einige sozialversicherungsrechtliche Besonderheiten zu beachten.  

    Mehr Informationen
     

  • Anstellung von Seniorkräften

    Hinzuverdienstgrenzen, Altersteilzeit und Regelaltersgrenzen: Bei der Anstellung von Rentnerinnen und Rentnern gibt es einiges zu beachten.

    Mehr Informationen

Onboarding aktiv begleiten

Arbeitgeber unterstützen beim Start Unternehmen können das Onboarding und Einleben der „Neuen“ aktiv begleiten. Denn Recruiting endet nicht mit der Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag, sondern zieht sich als Prozess durch die ersten Monate des Ankommens.

Anschluss erleichtern

Die Sprache ist hier zentral: Arbeitgeber können Deutschkurse anbieten und gleichzeitig zur Anfangszeit Mitarbeitende mit guten Englischkenntnissen zur Seite stellen, um den Übergang zu erleichtern. Zudem lohnen sich Initiativen, die auch die Familien der ausländischen Mitarbeitenden miteinbeziehen: Dual Career Services können Ehepartnerinnen und -partner dabei helfen, ebenfalls eine Stelle in Deutschland zu organisieren.

Passend dazu können Arbeitgeber dabei unterstützen, die nötige Kinderbetreuung zu finden. Interkulturelles Training sorgt für schnelle Integration. Regelmäßige Betriebsausflüge und Feste sorgen dafür, dass Familien schneller Anschluss finden.

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Menschen im Ruhestand ansprechen

Hoch motivierte, qualifizierte und erfahrene Arbeitskräfte finden sich allerdings auch hierzulande – und zwar unter Menschen im Ruhestand. Heute sind bereits rund 17 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner berufstätig, 2033 werden bis zu 2,4 Millionen Deutsche zwischen 65 und 69 Jahren einer Arbeit nachgehen.

Seit Jahresbeginn 2023 sind für Menschen, die eine Altersvollrente erhalten, die Hinzuverdienstgrenzen weggefallen. Für Beziehende von Erwerbsminderungsrenten sind diese Grenzen deutlich angehoben worden.

Arbeiten mit ermäßigtem Beitragssatz

Die arbeitsrechtliche Lage ist hier recht unkompliziert, da Rentnerinnen und Rentner in einem Arbeitsverhältnis grundsätzlich nicht anders behandelt werden als andere. So haben sie bei Arbeitsunfähigkeit auch einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung.

Im Unterschied zur Sozialversicherung: Beziehende einer Altersvollrente oder einer Rente wegen voller Erwerbsminderung haben keinen Krankengeldanspruch. Daraus ergibt sich, dass für diese Personen in der Krankenversicherung – bei einer mehr als geringfügig ausgeübten Beschäftigung – der ermäßigte Beitragssatz gilt.

Rentenbescheid geben lassen

In der Pflegeversicherung gelten keine beitragsrechtlichen Besonderheiten. Apropos Beiträge: Der Arbeitgeber zahlt aus der Beschäftigung zwar wie gewohnt seinen Teil zu Renten- und Arbeitslosenversicherung. Wer nach Erreichen der Regelaltersgrenze eine Altersvollrente bezieht, ist aber selbst davon befreit. Arbeitgeber sollten sich – um die beitragsrechtliche Beurteilung der Beschäftigung begründen zu können – einen Rentenbescheid geben lassen.

Ein älterer Mann mit einem Hammer in einer Werkstatt

© Kelvin Murray via Getty Images

Für Menschen, die eine Altersvollrente erhalten, gelten keine Hinzuverdienstgrenzen mehr

Talente aus eigenem Hause

In vielerlei Hinsicht ist das interne Recruiting die einfachste und beste Methode, um Stellen zu besetzen: Sie ist weniger zeitaufwendig und spart außerdem Geld – laut einer Studie bis zu 5.000 Euro pro Einstellung.

Bei dieser Variante ist das Risiko für Fehlbesetzungen am geringsten, da das Unternehmen die Talente bereits aus anderen Zusammenhängen kennt. Umso wichtiger ist es für Firmen, hier eigene Strategien zu entwickeln. Denn es reicht heute nicht mehr, offene Stellen einfach am Schwarzen Brett auszuhängen.

Kompetenzen abfragen

Wichtiger ist die Frage: Welche Talente haben wir bereits im Haus? Oft lohnt es sich, direkt mit Mitarbeitenden in Kontakt zu treten, um auch Kompetenzen abzufragen, die auf Lebensläufen und in Zeugnissen nicht zu finden sind. Besonders in Unternehmen, die Lernen und persönliche Entwicklung stärken, erweitern sich die Fähigkeiten der Mitarbeitenden konstant.

Zwei Frauen sitzen sich an einem Tisch im Büro gegenbüber

© Dejan Marjanovic via Getty Images

Bis zu 5.000 Euro spart ein Unternehmen beim internen Recruiting pro Stelle

Weiterbildung anbieten

Führungskräfte können zum Beispiel aktiv auf Schulungen und Konferenzen hinweisen oder selbst Weiterbildungsangebote anbieten. Auch Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung zu etablieren und zu kommunizieren und für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zu sorgen, hält Mitarbeitende im Unternehmen und erhöht ihre Motivation, sich intern auf eine andere Stelle zu bewerben.

Wichtig: Mitarbeitendenbindung

Ob bei internem Recruiting, ausländischen Mitarbeitenden oder Talenten aus der anspruchsvollen Generation Z – es kommt immer darauf an, ein angenehmes und zeitgemäßes Arbeitsumfeld zu bieten. Nicht nur, weil ein positives Arbeitgeber-Image Talente anzieht. Sondern vor allem, weil Mitarbeitende dem Unternehmen dann auch länger erhalten bleiben. Und eine starke Mitarbeitendenbindung ist immer noch die beste Art, dem Fachkräftemangel zu begegnen.

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