Ernährung
Gesundes Essen bei der Arbeit
Veröffentlicht am:31.01.2025
5 Minuten Lesedauer
Eine ausgewogene Ernährung, gutes Stressmanagement und eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sind nur drei Bausteine, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit Ihrer Beschäftigten zu fördern. Erfahren Sie hier mehr.

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Wer gesund isst, ist konzentrierter
„Unternehmen, die beim Thema Ernährung glaubwürdig aktiv sind, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil“, weiß AOK-Ernährungsexpertin Gabi Weidner. „Das Thema wird gerade jungen Menschen immer wichtiger.“ Betriebe können durch gute Angebote also beim Recruiting profitieren.

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Doch gesundes und ausgewogenes Essen und Trinken hat auch unmittelbare Vorteile für die Arbeit selbst.
Till Meyer, Ernährungsexperte und Berater beim Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung: „Schaut man sich typische Krankheitsbilder an – von Diabetes bis Herz-Kreislauf-Erkrankungen –, dann sind alle eng mit der Ernährung verknüpft.“
Gesundes Essen wirkt auch direkt im Arbeitsalltag. „Wer sich unausgewogen ernährt und zum Beispiel wenig Wasser trinkt, kann nicht seine volle Leistung abrufen“, erklärt Meyer. Andersherum gilt: Wer gesund isst, ist konzentrierter, fühlt sich wohler und fällt am Nachmittag nicht in ein Leistungstief.
Auf Verbote verzichten
Arbeitgeber können mit verschiedenen Angeboten eine gesündere Ernährung der Mitarbeitenden fördern. Die wichtigste Regel: auf Verbote und den erhobenen Zeigefinger verzichten. „Etwas wegzunehmen, erzeugt Widerstand. Stattdessen gilt es, gesunde Alternativen anzubieten, diese zu bewerben und den Menschen so einen Schubs in die richtige Richtung zu geben“, so Meyer.
Eine Mikrowelle und ein Kühlschrank gehören meist zur Grundausstattung in der Mitarbeitendenküche. „Damit ist schon viel erreicht, weil sich die Beschäftigten Essen von zu Hause mitbringen können“, sagt AOK-Ernährungsexpertin Gabi Weidner. „Auch Wasserspender und Obstkörbe können aufgestellt werden. Was flexibel und frei zugänglich ist, wird genutzt.“

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Ernährung ist Genuss
Auch beim Verhalten der Mitarbeitenden können Unternehmen präventiv ansetzen: Dazu kann das Thema Essen und Trinken immer wieder über Veranstaltungen zur Wissensvermittlung ins Team getragen werden.
„Spielerische, interaktive Angebote wie Workshops und Kochkurse sind ideal“, weiß Till Meyer. „Ernährung ist Genuss. Schmecken, Fühlen, Riechen – Formate, die das aufgreifen, sind erfolgreich.“
„Spielerische, interaktive Angebote wie Workshops und Kochkurse sind ideal.“
Till Meyer
Ernährungsexperte und Berater beim Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung
Auf niedrigschwellige Angebote setzen

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Ernährungswissenschaftlerin Christina Jäger ist Fachberaterin für Betriebliche Gesundheitsförderung bei der AOK und setzt bei Betrieben oft auf einen Dreiklang aus Impulsvortrag, Team-Kochworkshop und einer Ernährungsberatung im Einzelgespräch.
„Das Ganze immer zu wechselnden Schwerpunktthemen. Essen für ein starkes Immunsystem, darmgesunde Ernährung, der Eiweißhype unter der Lupe – Trendthemen erzielen die größte Resonanz“, so Jäger. „Entscheidend ist, dass die Angebote niedrigschwellig sind, der Arbeitgeber Glaubwürdigkeit vermittelt und das Thema Ernährung langfristig angeht.“
Tipps und Infos fürs Homeoffice
„Unternehmen sollten gezielte Infos auch für zu Hause anbieten“, sagt Meyer. „Vor allem Tipps und Rezepte für schnelle, gesunde Mahlzeiten als Alternative zum Imbissbesuch. Gern digital, als Newsletter oder Video.“
Ebenso denkbar: Coupons für Restaurants und Catering-Dienste mit gesunden Angeboten, Rabatte für Hofläden in der Umgebung oder ein Gemüsekisten-Abo – das animiert, gesünder einzukaufen und zu essen. Wenn es eine Kantine gibt, kann das Angebot dort um Kochboxen erweitert werden, die sich Mitarbeitende ins Homeoffice mitnehmen und zubereiten können.
Die gesunde Wahl zur einfachen Wahl machen

© privat
Auch beim Angebot in der Kantine gilt: nichts verbieten, sondern Alternativen aufzeigen. „Die gesunde Wahl zur einfachen Wahl machen“, sagt Susanne Leitzen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Dazu am besten niederschwellige Zusatzinfos liefern, wie Ernährungswissen to go.“
Die Zusammenarbeit der Verantwortlichen von Betriebsgastronomie und BGM ist wichtig: „Wenn Gesundheitstage im Unternehmen stattfinden, müssen die Mitarbeitenden ihr neues Wissen am nächsten Tag in der Kantine anwenden können“, sagt Susanne Leitzen.
Leitzen leitet das Projekt „Job&Fit – mit Genuss zum Erfolg!“, das Unternehmen dabei unterstützt, die Verpflegung in der Betriebsgastronomie zu verbessern. Ansatzpunkte gibt es viele: Das Salatbüfett am Eingang platzieren, mehr Ausgabepersonal an der Theke mit dem leichten Menü einplanen, damit es dort besonders schnell geht, Probehäppchen gesunder Gerichte verteilen.
Auf vielfältige Angebote setzen
- Wenn vorhanden, mit der Kantinenleitung täglich leckere gesunde Angebote (auch vegan oder vegetarisch) einplanen.
- Auf gesunde Lieferdienste und Restaurants in der Arbeitsumgebung hinweisen
- Gesunde Snacks bereitstellen
- Newsletter oder Beiträge im Mitarbeitendenmagazin mit Rezepten und Ernährungstipps
- Regelmäßiges gesundes Teamfrühstück oder -mittagessen
- Gemeinsames Bepflanzen und Pflegen eines Hochbeets mit Gemüse auf dem Betriebsgelände
- Kochworkshops zu Trendthemen wie „Meal Prepping“
- Mit dem Firmenlogo gebrandete Trinkflaschen und Lunchboxen verschenken
- Online-Quiz „Gesunde Ernährung“
- Teamchallenge: Welche Abteilung ernährt sich am gesündesten?
- Zuschüsse für gesundes Essen (z.B. über Essensmarken)
- Aktionstage in der Kantine
Alternativen zur Kantine
Als Alternative zur Kantine gibt es einige Angebote – wie Online-Kantinen mit App- Bestellung und Automaten, gefüllt mit frisch gekochten Gerichten. 24-Stunden-Minikantinen quasi, ideal auch für Schichtdienste.
Vergünstigte Mahlzeiten in der Kantine oder aus Automaten, Essensmarken oder Gutscheine – die Möglichkeiten für Zuschüsse sind vielfältig und für Arbeitgeber meist steuer- und sozialversicherungsfrei.
Eine gesündere Ernährung im Betrieb zu fördern ist ein Prozess, der Geduld erfordert. „Gewohnheiten ändern sich nicht über Nacht“, sagt Till Meyer. „Aber wer möchte, dass seine Mitarbeitenden leistungsfähig und gesund bleiben, kommt um das Thema Ernährung nicht mehr herum.“

© Mone Beek
Zutaten
- 1kgKartoffeln
- 400g(bunte) Möhren
- 1StückKohlrabi
- 1StückZucchini
- 4EsslöffelOlivenöl
- Jodsalz mit Fluorid
- Pfeffer
- 100gungeschälte Mandeln
- 1BundFrühlingskräuter
- 0 ½StückBio-Zitrone
- 1DoseKichererbsen (Abtropfgewicht 240 g)
Zubereitung
Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Gemüse waschen. Kartoffeln und Möhren schälen und je nach Größe halbieren oder vierteln. Kohlrabi schälen und in Spalten schneiden. Zucchini in dicke Scheiben schneiden.
Gemüse mit 2 EL Öl, Salz und Pfeffer mischen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Im vorgeheizten Backofen ca. 40 Min. garen.
Inzwischen die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett sanft rösten. Frühlingskräuter waschen, trockenschütteln und grob hacken. Zitrone auspressen. Alles mit den abgetropften Kichererbsen sowie mit Salz, Pfeffer und dem restlichen Öl fein pürieren. So viel Wasser zugeben, bis der Dip cremig ist. Zusammen mit dem Gemüse genießen.
Pro Portion: 25 g Fett, 51 g Kohlenhydrate, 16 g Eiweiß, 12 g Ballaststoffe
Dieses Rezept ist im Rahmen des Projekts IN FORM geprüft und empfohlen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Gesundes Essen bei der Arbeit
Die AOK begleitet Unternehmen im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung unter anderem mit Kantinenberatung, Ernährungsberatungen, Impulsvorträgen und Kochworkshops – abgestimmt auf verschiedene Zielgruppen wie Auszubildende oder Schichtarbeitende.BGF-Angebote Ihrer AOK
Im Rahmen eines Gesundheitstags vor Ort in Ihrem Unternehmen sensibilisiert die AOK Ihre Beschäftigten für gesunde Ernährung, damit im Tagesverlauf die Leistungsfähigkeit erhalten bleibt.