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Arbeitgebermagazin

Nachhaltigkeit

Nachhaltig, erfolgreich, schwäbisch

Veröffentlicht am:31.01.2025

5 Minuten Lesedauer

Seit fast 50 Jahren stellt die Firma VAUDE Outdoor-Produkte her. Nachhaltigkeit spielt bei dem Familienunternehmen aus dem baden-württembergischen Tettnang dabei schon immer eine wichtige Rolle. In den vergangenen Jahren ist das Thema jedoch zum zentralen Wert geworden, der sowohl das Handeln als auch die Kommunikation des Unternehmens bestimmt. Darüber sprechen wir mit Miriam Schilling und Birgit Weber von VAUDE.

Eine Frau und ein Mann sitzen draußen vor einem Gebäude auf einer Kiste und arbeiten am Laptop.

© VAUDE

Nachhaltigkeit bei VAUDE

In den vergangenen Jahren ist das Thema Nachhaltigkeit bei VAUDE zum zentralen Wert geworden, der sowohl das Handeln als auch die Kommunikation des Unternehmens bestimmt. Darüber sprechen wir mit Miriam Schilling und Birgit Weber von VAUDE.

Wie haben Sie angefangen, Ihr Unternehmen nachhaltig aufzustellen?

Porträt von Birgit Weber, Unternehmenskommunikation bei VAUDE
Birgit Weber, Unternehmenskommunikation bei VAUDE

© VAUDE

Birgit Weber: Wir mussten zuerst herausfinden, wo wir in Sachen Nachhaltigkeit überhaupt stehen. Danach konnten wir dann das Unternehmen systematisch neu ausrichten.

So haben wir zum Beispiel unsere Lieferketten überarbeitet, die Produktion nachhaltiger gemacht und einen eigenen Standard eingeführt, der auf den strengsten unabhängigen Zertifizierungen am Markt basiert.

Der Prozess ist selbstverständlich nie abgeschlossen. Wir arbeiten weiter daran, unsere Prozesse umweltschonender und unsere Produkte kreislauffähiger zu machen.

Der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit führte also erstmal zu mehr Arbeit.

Miriam Schilling: Genau. In der Belegschaft gab es auch Zweifel, ob diese Strategie wirtschaftlich tragbar ist. Darum haben wir darauf geachtet, die Mitarbeitenden aktiv einzubeziehen. So können diese zum Beispiel jederzeit Ideen beisteuern, wie wir noch mehr Energie einsparen oder welche Möglichkeiten zum Upcycling unsere Produktpalette bietet. Außerdem haben wir schon früh darauf geachtet, Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag spürbar zu machen – zum Beispiel mit Fairtrade-Kaffee, einem Ausleihpool für E-Bikes und Duschen für Mitarbeitende, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Wir verlosen außerdem jede Woche tolle Sachpreise unter Mitarbeitenden, die an dem Tag nachhaltig zur Arbeit gekommen sind. Die Leute sollen merken: Es tut sich wirklich was.

„Die Leute sollen merken: Es tut sich wirklich was.“

Miriam Schilling
Personalleiterin bei VAUDE

Hat sich der Aufwand gelohnt?

Birgit Weber: Das kann ich klar bejahen. Denn inzwischen strahlt unser Engagement auf die Marke VAUDE ab. Wir werden als glaubwürdiges Unternehmen wahrgenommen und bekommen dafür viel positive Resonanz. Immer mehr Menschen konsumieren außerdem bewusster.

Daher ist die Nachhaltigkeit unserer Produkte ein wichtiges Kaufargument. Dass wir frühzeitig auf regenerative Energien umgestiegen sind und energieeffiziente Prozesse implementiert haben, hat sich gerade in der Energiekrise bezahlt gemacht. Während der Pandemie haben wir zudem festgestellt, dass unsere Lieferketten vergleichsweise resilient sind. Wir konnten also trotz der Probleme auf dem Weltmarkt gut weiterproduzieren.

Miriam Schilling: Insgesamt merken wir, dass es zwar anfangs mühsam ist, nachhaltige Prozesse einzuführen. Es lohnt sich aber, aus eigenem Antrieb aktiv zu werden, bevor der Crash kommt und man von den Umständen dazu gezwungen wird.

„Wir werden als glaubwürdiges Unternehmen wahrgenommen und bekommen dafür viel positive Resonanz.“

Birigit Weber
Unternehmenskommunikation bei VAUDE

Wie hat sich die nachhaltige Ausrichtung auf die Belegschaft ausgewirkt?

Porträt von Miriam Schilling, Personalleiterin bei VAUDE
Miriam Schilling, Personalleiterin bei VAUDE

© VAUDE

Miriam Schilling: Weil wir wertebasiert wirtschaften, kommt es bei uns regelmäßig zu Zielkonflikten. Wichtige Grundlage für ihre Lösung ist unsere Vertrauenskultur, in der wir auf Augenhöhe miteinander umgehen, einander zuhören und aufeinander achtgeben.

Obendrein zeigt sich unser Mindset natürlich auch ganz greifbar im Arbeitsumfeld. In unserer Bio-Kantine gibt es zum Beispiel überwiegend vegane und vegetarische Gerichte. Zudem veranstalten wir Vorträge, die einen Einblick in gesunde, ganzheitliche Ernährungsweisen geben – gerade auch in hektischen Zeiten oder im Homeoffice.

Ein Großteil unserer Parkplätze ist vor einigen Jahren einer Bergwiese gewichen, die dem europäischen Biodiversitätskonzept entspricht und nebenbei zu einer entspannten Arbeitsatmosphäre beiträgt.

Außerdem haben wir direkt auf unserem Campus eine Kletterwand und unweit des Firmengebäudes einen Mountainbike-Parcours eingerichtet. Beides wird von vielen unserer Mitarbeitenden in der Mittagspause oder nach Feierabend begeistert genutzt. Damit unterstützen wir sie dabei, ihre Life-Balance ausgewogen zu gestalten und ihre Gesundheit zu stärken. Das entspricht natürlich auch unserem gelebten Miteinander.

Der wichtigste Effekt ist jedoch, dass unsere Mitarbeitenden spüren, dass sie an einer nachhaltigen Sache mitwirken. Besonders deutlich merken wir das beim Recruiting. Bei uns bewerben sich viele Menschen, die bewusst in einer wertorientierten, verantwortungsvollen Firma arbeiten möchten. Sie kommen zu uns, weil wir Haltung zeigen und auch unangepasste Meinungen vertreten – zum Beispiel, wenn wir uns als eines von wenigen Textilunternehmen aktiv für das Lieferkettengesetz eintreten.

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