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Generation Z meets Boomer: Erfolgreiches Teamwork

Veröffentlicht am:03.03.2025

5 Minuten Lesedauer

Agathe Freudl und Marie Janzen pflegen bewusst den Austausch zwischen den Generationen. Kennengelernt haben sich die Geschäftsführerin der Karlsruher Digitalagentur DiNITED GmbH und die Betriebswirtin bei der AOK Baden-Württemberg während eines Job-Speed-Datings. Regelmäßig diskutieren sie berufliche wie auch gesellschaftspolitische Fragestellungen und setzen sich für altersgemischte Teams ein.

Zwei Frauen unterschiedlichen Alters im Gespräch.

© AOK

Frau Freudl, die meisten Ihrer Kolleginnen und Kollegen sind U30 – wie sind Sie von dem jungen Team aufgenommen worden?

Agathe E. Freudl: Ausgesprochen aufgeschlossen, respektvoll und wertschätzend. Ich würde sogar sagen, dass einige sehr dankbar sind, von meinen Erfahrungen zu profitieren, oder um Rat fragen. Dies zeigt mir deutlich, dass die sogenannte „Generation Z“ sehr gewillt ist, sich in der Praxis zu qualifizieren und durch Reflexion zu positionieren.

Frau Janzen, was schätzen Sie an der Zusammenarbeit mit älteren Kolleginnen und Kollegen?

Marie Janzen: Vor allem ihre jahrelange Erfahrung und ihr Wissen. In stressigen Situationen bleiben sie oft entspannter, weil sie Herausforderungen strukturiert und überlegt angehen. Außerdem lerne ich viel von ihrer Fähigkeit, komplexe Probleme aus einem breiten Blickwinkel zu betrachten und ganzheitlich zu bearbeiten.

Gibt es Eigenschaften oder Fähigkeiten, die Sie vermissen?

Marie Janzen, Betriebswirtin bei der AOK Baden-Württemberg, Bezirksdirektion Mittlerer Oberrhein
Marie Janzen, Betriebswirtin bei der AOK Baden-Württemberg, Bezirksdirektion Mittlerer Oberrhein

Marie Janzen: Manchmal fehlt der spontane Umgang mit digitalen Tools oder die Bereitschaft, sich schnell auf neue Technologien einzulassen. Ich glaube jedoch, dass dies weniger eine Frage des Alters als vielmehr der Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen ist. Oft gilt es auch nur, Berührungsängste zu überwinden. Hier ist wichtig, dass unsere Generation Verständnis und Respekt zeigt.

Was bewundern Sie an der jüngeren Generation, was irritiert Sie?

Agathe E. Freudl: Ich bewundere die vielfältigeren Möglichkeiten, Qualifikationen zu erwerben und anzuwenden. Das kann aber auch dazu führen, dass sich Berufseinsteiger und lebenslang Lernende durch komplexe Anforderungen überfordert fühlen. Es irritiert mich mitunter, dass oft die Ausdauer fehlt durchzuhalten, sei es im Studium als auch im Job.

„Jüngere nehmen sich mehr Freiräume und Freiheiten, etwa indem sie auf Pausen achten. Sie fordern mehr Ergonomie am Arbeitsplatz und teambildende Freizeitaktivitäten.“

Agathe Freudl
Geschäftsführerin der DiNITED GmbH, Karlsruhe

Existiert der oft zitierte „Generationenkonflikt“ – oder ist er nur Vorurteil?

Agathe E. Freudl: Ich glaube, das ist eine Frage der individuellen Haltung. Ich selbst war und bin beruflich ein Teamplayer, denn das Dasein als Einzelkämpfer funktioniert nur bedingt und macht irgendwann zum Außenseiter. Die Generation Z legt zwar mehr Wert auf eine Work-Life-Balance. Wird sie jedoch gefördert und in ihrem Streben nach Eigenverantwortung und Erfolgsorientierung unterstützt, ist sie auch gewillt zu liefern.

Marie Janzen: Klar, es gibt Unterschiede in Arbeitsweisen und Prioritäten, aber die kann man nicht einfach einer ganzen Generation zuschreiben. Viele ältere Kolleginnen und Kollegen sind offen für Veränderungen und bringen wertvolle Erfahrungen mit, während viele junge Leute verantwortungs-bewusst und zielorientiert arbeiten.

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Wie kann eine gute Unternehmenskultur dazu beitragen, dass Jung und Alt voneinander profitieren?

Agathe E. Freudl: Indem das Werteverständnis und vor allem der bereits erwähnte gegenseitige Respekt vorhanden sind. Die „Silverworker“ dürfen nicht als Lückenfüller gesehen werden. Ich selbst etwa wurde mit dem klaren Ziel eingestellt, durch meine Berufs- und Lebenserfahrung im Unternehmen einen Mehrwert zu schaffen. Das ist ein beidseitiger Gewinn.

Wo sehen Sie Chancen, aber auch Herausforderungen im beruflichen Generationenmix?

Marie Janzen: Die Kombination aus Erfahrung und frischen Ideen kann etwas bewirken. Wenn Ältere und Jüngere zusammenarbeiten, entstehen innovative Lösungen, die auf einem starken Fundament aufbauen. Die Herausforderung liegt in der Kommunikation und der Bereitschaft, sich auf unterschiedliche Sichtweisen einzulassen.

Stichwort „Gesundheit am Arbeitsplatz“: Worin ist Ihnen die andere Generation jeweils ein Vorbild?

Agathe E. Freudl: Jüngere nehmen sich mehr Freiräume und Freiheiten, etwa indem sie auf Pausen achten. Sie fordern mehr Ergonomie am Arbeitsplatz und teambildende Freizeitaktivitäten.

Marie Janzen: Die sogenannten Boomer pflegen vielfach Gesundheits-Rituale. Außerdem entspannen sie in Pausen besser, weil sie dabei auf digitale Medien verzichten. Aber es gibt auch Leute, die sich für unverzichtbar halten, selbst wenn sie krank sind – doch genau das macht langfristig krank. An meiner Generation finde ich toll, dass uns die Balance zwischen Freizeit und Gesundheit superwichtig ist. Sie ist essenziell für die mentale Gesundheit, die wiederum die Grundlage für alles ist – ob bei der Arbeit, im Umgang mit anderen oder in der Familie. Wer ständig unter Strom steht, stumpft ab, und das hilft weder einem selbst noch anderen.

  • Marie Janzen, Betriebswirtin bei der AOK Baden-Württemberg, Bezirksdirektion Mittlerer Oberrhein

    Nach Abschluss ihres dualen Studiums im Gesundheitsmanagement im Jahr 2021 absolvierte Marie Janzen eine zweijährige Ausbildung zur Kundenberaterin bei der AOK Baden-Württemberg. Danach knüpfte die 27-Jährige als Start-up-Beraterin bei der AOK Mittlerer Oberrhein vielfältige Netzwerke. Aktuell durchläuft sie als angehende Betriebswirtin verschiedene Bereiche des Unternehmens.

  • Agathe Freudl, Geschäftsführerin der DiNITED GmbH

    Agathe E. Freudl startete mit einer Ausbildung zur Verwaltungsfachfrau ins Berufsleben. Bald bestimmte ihr Kommunikationstalent sowohl im Verwaltungsbereich als auch in der Privatwirtschaft den weiteren Karriereweg: So war sie u. a. als Marketingleiterin und Pressesprecherin der Baden-Airpark AG, als Gründerin, Inhaberin und Geschäftsführerin von „Freudl & Friends“, einer Agentur für PR- und Öffentlichkeitsarbeit & Events, tätig. Weitere Stationen markierten ihren Berufsweg, der sie 2023 als COO zur Digitalagentur DiNITED GmbH führte, in der sie seit September 2024 als Geschäftsführerin agiert.

    Die DiNITED GmbH unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung ihrer digitalen Visionen durch die Integration von Strategie, Applied AI, Performance Marketing und Web-Technologie. Der ganzheitliche Ansatz zielt darauf ab, sowohl die Prozesseffizienz zu steigern als auch den langfristigen Markterfolg zu sichern.

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