§ 284 SGB V, Sozialdaten bei den Krankenkassen
Überschrift geändert durch G vom 13. 6. 1994 (BGBl. I S. 1229).
(1)
1 Die Krankenkassen dürfen Sozialdaten für Zwecke der Krankenversicherung nur erheben und speichern, soweit dies erforderlich ist für
- 1. die Feststellung des Versicherungsverhältnisses und der Mitgliedschaft, einschließlich der für die Anbahnung eines Versicherungsverhältnisses erforderlichen Daten,
- 2. die Ausstellung des Berechtigungsscheines und der elektronischen Gesundheitskarte,
Nummer 2 geändert durch G vom 21. 12. 2015 (BGBl. I S. 2408).
- 3. die Feststellung der Beitragspflicht und der Beiträge, deren Tragung und Zahlung,
Nummer 3 geändert durch G vom 22. 12. 2010 (BGBl. I S. 2309) und G vom 21. 7. 2014 (BGBl. I S. 1133).
- 4. die Prüfung der Leistungspflicht und der Erbringung von Leistungen an Versicherte einschließlich der Voraussetzungen von Leistungsbeschränkungen, die Bestimmung des Zuzahlungsstatus und die Durchführung der Verfahren bei Kostenerstattung, Beitragsrückzahlung und der Ermittlung der Belastungsgrenze,
Nummer 4 geändert durch G vom 28. 5. 2008 (BGBl. I S. 874).
- 5. die Unterstützung der Versicherten bei Behandlungsfehlern,
- 6. die Übernahme der Behandlungskosten in den Fällen des § 264,
- 7. die Beteiligung des Medizinischen Dienstes oder das Gutachterverfahren nach § 87 Absatz 1c,
Nummer 7 geändert durch G vom 6. 5. 2019 (BGBl. I S. 646).
- 8. die Abrechnung mit den Leistungserbringern, einschließlich der Prüfung der Rechtmäßigkeit und Plausibilität der Abrechnung,
- 9. die Überwachung der Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung,
- 10. die Abrechnung mit anderen Leistungsträgern,
- 11. die Durchführung von Erstattungs- und Ersatzansprüchen,
- 12. die Vorbereitung, Vereinbarung und Durchführung von von ihnen zu schließenden Vergütungsverträgen,
Nummer 12 geändert durch G vom 26. 3. 2007 (BGBl. I S. 378), G vom 22. 12. 2011 (BGBl. I S. 2983) und G vom 6. 5. 2019 (BGBl. I S. 646).
- 13. die Vorbereitung und Durchführung von Modellvorhaben, die Durchführung des Versorgungsmanagements nach § 11 Absatz 4, die Durchführung von Verträgen zur hausarztzentrierten Versorgung, zu besonderen Versorgungsformen und zur ambulanten Erbringung hochspezialisierter Leistungen, einschließlich der Durchführung von Wirtschaftlichkeitsprüfungen und Qualitätsprüfungen,
Nummer 13 geändert durch G vom 26. 3. 2007 (BGBl. I S. 378), G vom 16. 7. 2015 (BGBl. I S. 1211) und G vom 6. 5. 2019 (BGBl. I S. 646).
- 14. die Durchführung des Risikostrukturausgleichs nach den §§ 266 und 267 sowie zur Gewinnung von Versicherten für die Programme nach § 137g und zur Vorbereitung und Durchführung dieser Programme,
Nummer 14 geändert durch G vom 16. 7. 2015 (BGBl. I S. 1211) und G vom 22. 3. 2020 (BGBl. I S. 604).
- 15. die Durchführung des Entlassmanagements nach § 39 Absatz 1a,
Nummer 15 angefügt durch G vom 16. 7. 2015 (BGBl. I S. 1211).
- 16. die Auswahl von Versicherten für Maßnahmen nach § 44 Absatz 4 Satz 1 und nach § 39b sowie zu deren Durchführung,
Nummer 16 angefügt durch G vom 16. 7. 2015 (BGBl. I S. 1211), geändert durch G vom 1. 12. 2015 (BGBl. I S. 2114) und G vom 4. 4. 2017 (BGBl. I S. 778).
Bisherige Nummern 16a und 17 wurden Nummern 17 und 18 durch G vom 6. 5. 2019 (BGBl. I S. 646).
- 17. die Überwachung der Einhaltung der vertraglichen und gesetzlichen Pflichten der Leistungserbringer von Hilfsmitteln nach § 127 Absatz 7[,]
Nummer 17 angefügt durch G vom 4. 4. 2017 (BGBl. I S. 778), geändert durch G vom 6. 5. 2019 (BGBl. I S. 646).
- 18. die Erfüllung der Aufgaben der Krankenkassen als Rehabilitationsträger nach dem SGB IX,
Nummer 18 angefügt durch G vom 23. 12. 2016 (BGBl. I S. 3234), geändert durch G vom 9. 12. 2019 (BGBl. I S. 2562) und G vom 14. 10. 2020 (BGBl. I S. 2115).
- 19. die Vorbereitung von Versorgungsinnovationen, die Information der Versicherten und die Unterbreitung von Angeboten nach § 68b Absatz 1 und 2,
Nummer 19 angefügt durch G vom 9. 12. 2019 (BGBl. I S. 2562), neugefasst durch G vom 14. 10. 2020 (BGBl. I S. 2115), geändert durch G vom 22. 3. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 101).
- 20. die administrative Zurverfügungstellung der elektronischen Patientenakte, die Übertragung von Daten über die bei ihr in Anspruch genommenen Leistungen in die elektronische Patientenakte sowie für das Angebot zusätzlicher Anwendungen im Sinne des § 345 Absatz 1 Satz 1,
Nummer 20 angefügt durch G vom 14. 10. 2020 (BGBl. I S. 2115), neugefasst durch G vom 22. 3. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 101).
- 21. die Unterstützung der Versicherten bei der Durchsetzung des Herausgabeanspruches nach § 386 Absatz 2 Satz 2 in Verb. mit Absatz 5 Satz 1,
Nummer 21 angefügt durch G vom 22. 3. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 101).
- 22. die Erfüllung ihrer Aufgaben nach § 350a sowie
Nummer 22 angefügt durch G vom 22. 3. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 101).
- 23. die Erfüllung der Verpflichtungen nach § 342a Absatz 2 bis 5 der Ombudsstellen nach § 342a.
Nummer 23 angefügt durch G vom 22. 3. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 101).
2 Versichertenbezogene Angaben über ärztliche Leistungen dürfen auch auf maschinell verwertbaren Datenträgern gespeichert werden, soweit dies für die in Satz 1 Nummer 4, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14 und
§ 305 Absatz 1 bezeichneten Zwecke erforderlich ist.
3 Versichertenbezogene Angaben über ärztlich verordnete Leistungen dürfen auf maschinell verwertbaren Datenträgern gespeichert werden, soweit dies für die in Satz 1 Nummer 4, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14 und
§ 305 Absatz 1 bezeichneten Zwecke erforderlich ist.
4 Im Übrigen gelten für die Datenerhebung und -speicherung die Vorschriften des SGB I und SGB X.
Absatz 1 neugefasst durch G vom 14. 11. 2003 (BGBl. I S. 2190). Satz 1 geändert durch G vom 22. 3. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 101). Satz 2 geändert durch G vom 22. 12. 2011 (BGBl. I S. 2983). Satz 4 gestrichen durch G vom 20. 11. 2019 (BGBl. I S. 1626), bisheriger Satz 5 wurde Satz 4.
(2) Im Rahmen der Überwachung der Wirtschaftlichkeit der vertragsärztlichen Versorgung dürfen versichertenbezogene Leistungs- und Gesundheitsdaten auf maschinell verwertbaren Datenträgern nur gespeichert werden, soweit dies für Stichprobenprüfungen nach § 106a Absatz 1 Satz 1 oder § 106b Absatz 1 Satz 1 erforderlich ist.
Absatz 2 geändert durch G vom 21. 12. 1992 (BGBl. I S. 2266), G vom 13. 6. 1994 (BGBl. I S. 1229) und G vom 16. 7. 2015 (BGBl. I S. 1211).
(3) 1 Die rechtmäßig erhobenen und gespeicherten versichertenbezogenen Daten dürfen nur für die Zwecke der Aufgaben nach Absatz 1 in dem jeweils erforderlichen Umfang verarbeitet werden, für andere Zwecke, soweit dies durch Rechtsvorschriften des Sozialgesetzbuchs angeordnet oder erlaubt ist. 2 Die Daten, die nach § 295 Absatz 1b Satz 1 an die Krankenkasse übermittelt werden, dürfen nur zu Zwecken nach Absatz 1 Satz 1 Nummer 4, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 19 und § 305 Absatz 1 versichertenbezogen verarbeitet werden und nur, soweit dies für diese Zwecke erforderlich ist; für die Verarbeitung dieser Daten zu anderen Zwecken ist der Versichertenbezug vorher zu löschen.
Satz 1 geändert durch G vom 13. 6. 1994 (BGBl. I S. 1229) und G vom 20. 11. 2019 (BGBl. I S. 1626). Satz 2 angefügt durch G vom 14. 11. 2003 (BGBl. I S. 2190), geändert durch G vom 20. 11. 2019 (BGBl. I S. 1626) und G vom 9. 12. 2019 (BGBl. I S. 2562).
(4) 1 Zur Gewinnung von Mitgliedern dürfen die Krankenkassen Daten verarbeiten, wenn die Daten allgemein zugänglich sind, es sei denn, dass das schutzwürdige Interesse der betroffenen Person an dem Ausschluss der Verarbeitung überwiegt. 2 Ein Abgleich der erhobenen Daten mit den Angaben nach § 291a Absatz 2 Nummer 2 bis 5 ist zulässig. 3 Im Übrigen gelten für die Datenverarbeitung die Vorschriften des SGB I und SGB X.
Absatz 4 angefügt durch G vom 14. 11. 2003 (BGBl. I S. 2190). Satz 1 geändert durch G vom 20. 11. 2019 (BGBl. I S. 1626). Satz 2 geändert durch G vom 14. 10. 2020 (BGBl. I S. 2115). Sätze 3 und 4 gestrichen durch G vom 20. 11. 2019 (BGBl. I S. 1626), bisheriger Satz 5 wurde Satz 3 und geändert.