Betriebliche Gesundheit im Mai

Lesen Sie im AOK-Arbeitgeber-Newsletter: * Vorteil: Fahrrad * Cannabis und Arbeit * Pflegekräfte stärken * Long- und Post-COVID-Coach

Vorteil: Fahrrad

Radfahren stärkt den sozialen Zusammenhalt. Das belegt eine aktuelle Studie der Fakultät für Psychologie an der FernUniversität in Hagen. Das ist auch für Arbeitgeber eine interessante Erkenntnis.

Die Forschenden verstehen „sozialen Zusammenhalt“ als ein Konzept mit vielen Facetten. Zu diesen gehöre im Kern, Vielfalt zu akzeptieren und sich am Gemeinwohl zu orientieren – zwei auch für Arbeitgeber relevante Sachverhalte. Denn zunehmend sind die Gesellschaft und damit auch Unternehmen von Zuwanderung, globaler Vernetzung, demografischem Wandel, unterschiedlichen Lebensformen und Weltanschauungen geprägt. Das stellt Arbeitgeber vor neue Herausforderungen und macht das aktive Managen heterogener Belegschaften zu einer der Hauptaufgaben von Führungskräften.

Darüber hinaus ist aus zahlreichen Studien bekannt, dass moderate Bewegung die Gesundheit fördert und dass Menschen, die mit dem Rad zur Arbeit pendeln, deutlich seltener krank sind. Denn Radfahren steigert die körperliche Fitness, verbessert die Ausdauer und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Bewegung wirkt sich zudem positiv auf die mentale Gesundheit aus. Insbesondere Radfahren fördert das Wohlbefinden, kann die Stimmung verbessern und Stressabbau beschleunigen.

Die AOK-Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ begeistert seit 20 Jahren Berufstätige dafür, den Arbeitsweg per Fahrrad zurückzulegen. Die Aktion läuft noch bis 31. August 2024. Darüber hinaus können Unternehmen das erfolgreiche Konzept durch Microsites adaptieren und so eine betriebsinterne Gesundheitskampagne umsetzen. Und zu gewinnen gibt es auch noch etwas.

Cannabis und Arbeit

Mit der Teillegalisierung von Cannabis sind Anbau und Besitz der Droge jetzt mit Einschränkungen erlaubt. Für Arbeitgeber bringt diese Veränderung besondere Herausforderungen mit sich. Mitarbeitende dürfen nicht unter dem Einfluss von Cannabis stehen, wenn sie zur Arbeit kommen, oder sogar während der Arbeitszeit Cannabis konsumieren (DGUV Vorschrift 1). Das gilt allem voran für Bereiche, in denen Sicherheit und Konzentration von entscheidender Bedeutung sind, zum Beispiel im Bauwesen, in der Gesundheits- oder Transportbranche.

Neben vorhandenen Angeboten zur Suchtprävention können weitere Maßnahmen sinnvoll sein:

  • Schulungsprogramme, die über die Auswirkungen von Cannabis auf die kognitive Funktion, Reaktionszeiten und das Risiko von Arbeitsunfällen informieren.
  • Gespräche mit Mitarbeitenden, die möglicherweise ein problematisches Konsumverhalten zeigen. Dazu empfiehlt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) auch unabhängig vom Thema Cannabis einen sogenannten Stufenplan mit fünf aufeinanderfolgenden Gesprächen.
  • Eine Überarbeitung der betriebsinternen Drogenrichtlinien, mit der klaren Botschaft, dass der Konsum von Cannabis am Arbeitsplatz nicht toleriert wird und Verstöße gegen entsprechende Unternehmensrichtlinien disziplinarische Maßnahmen nach sich ziehen.

Mit dem Themenspecial „Suchtprävention bei der Arbeit“ unterstützt die AOK Arbeitgeber dabei, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und auf Suchtverhalten angemessen zu reagieren.

Pflegekräfte stärken

Am Tag der Pflege, dem 12. Mai, wird jährlich weltweit die Arbeit der Pflegekräfte gewürdigt. In Deutschland sollen diese nun ähnlich wie in angelsächsischen und skandinavischen Ländern entsprechend ihrer Qualifikationen mehr Kompetenzen erhalten. Das Bundesministerium für Gesundheit will noch vor der Sommerpause das sogenannte Pflegekompetenzgesetz vorlegen. Der Entwurf wird vom Ministerium gemeinsam mit dem Deutschen Pflegerat e. V. erarbeitet. Das geplante Gesetz soll zwei Teile umfassen:

  1. Verbesserung der Pflegekompetenz: In Zukunft sollen Pflegekräfte mehr ohne Weisung durch Ärztinnen oder Ärzte entscheiden können, zum Beispiel bei der Versorgung von Menschen, die an Diabetes oder Demenz erkrankt sind. Auch sollen sie Arbeiten übernehmen können, die bislang nur von ärztlichem Personal erbracht werden durften.
  2. Ein neues Angebot für Langzeitpflege mit dem Arbeitstitel „stambulante Versorgung“, das in Deutschland bislang fehlt: Dabei verbleiben Pflegebedürftige, die nicht in ein Pflegeheim möchten, in einer besonderen Wohnform. Diese soll so gestaltet sein, dass sie eine pflegerische Versorgung auch bei höheren Pflegegraden ermöglicht – als Alternative zum betreuten Wohnen und zu klassischen Pflegeheimen.

Damit reagiert der Gesetzgeber auf die steigende Zahl der Pflegebedürftigen – was Pflegedienste generell vor große Herausforderungen stellt. Mehr Kompetenzen für Pflegekräfte bedeutet allerdings auch mehr Belastung. Umso wichtiger ist die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) in der Pflege, um die Beschäftigten gesund und motiviert zu halten. Die AOK hält unterschiedlichste Maßnahmen für diese Berufsgruppe bereit.

Coach gegen Long- und Post-COVID

Noch im Jahr 2023 verzeichneten Unternehmen sehr lange Ausfälle von Beschäftigten aufgrund von Long- und Post-COVID. Mittlerweile ist ein positiver Trend zu beobachten. Das zeigt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Long- und Post-COVID-Betroffene kämpfen mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und zahlreichen weiteren Symptomen. Die AOK unterstützt hier mit dem Long-COVID-Coach. Auf den Coach-Seiten im Internet stehen Informationen zu den häufigsten Symptomen und Hinweise zu medizinischer Unterstützung zur Verfügung. Dazu gehören Erläuterungen zur koordinierten Behandlung sowie regionale Angebote. Darüber hinaus sind Anleitungen zu finden, mit denen sich Beschwerden selbstständig und als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung abmildern lassen. In kurzen Videos werden beispielsweise Übungen gegen Schwindel, Sensibilitäts- oder Kognitive Störungen, Atemnot oder Energiemangel (Fatigue) thematisiert. Auch Tipps zur gelingenden Rückkehr in den Alltag wie die stufenweise Wiedereingliederung finden Betroffene dort.

Stand

Erstellt am: 16.05.2024

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