§ 283 SGB V, Aufgaben des Medizinischen Dienstes Bund
§ 283 neugefasst durch G vom 14. 12. 2019 (BGBl. I S. 2789).
(1) 1 Der Medizinische Dienst Bund koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste in medizinischen und organisatorischen Fragen und trägt Sorge für eine einheitliche Aufgabenwahrnehmung. 2 Er berät den Spitzenverband Bund der Krankenkassen in allen medizinischen Fragen der diesem zugewiesenen Aufgaben.
(2)
1 Der Medizinische Dienst Bund erlässt unter Beachtung des geltenden Leistungs- und Leistungserbringungsrechts und unter fachlicher Beteiligung der Medizinischen Dienste und des Sozialmedizinischen Dienstes Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See Richtlinien für die Tätigkeit der Medizinischen Dienste nach diesem Buch
- 1. über die Zusammenarbeit der Krankenkassen mit den Medizinischen Diensten im Benehmen mit dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen,
- 2. zur Sicherstellung einer einheitlichen Begutachtung,
- 3. über die Prüfungen nach § 275a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und 2 einschließlich der Festlegung der fachlich erforderlichen Zeitabstände von in der Regel 3 Jahren für die Prüfungen nach § 275a Absatz 1 Satz 1 Nummer 2, der Folgen, die eintreten, wenn nach einer in § 275a Absatz 6 Satz 5 genannten Mitteilung Strukturmerkmale durch das betreffende Krankenhaus nicht mehr eingehalten werden, und der Festlegung geeigneter Maßnahmen, um die Prüfungen soweit möglich zu vereinheitlichen und aufwandsarm auszugestalten,
Nummer 3 neugefasst durch G vom 5. 12. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 400) (12. 12. 2024).
- 4. zur Personalbedarfsermittlung mit für alle Medizinischen Dienste einheitlichen aufgabenbezogenen Richtwerten für die ihnen übertragenen Aufgaben,
Nummer 4 geändert durch G vom 22. 12. 2020 (BGBl. I S. 3299).
- 5. zur Beauftragung externer Gutachterinnen und Gutachter durch die Medizinischen Dienste für die ihnen übertragenen Aufgaben sowie zur Bestellung, unabhängigen Aufgabenwahrnehmung und Vergütung der Ombudsperson nach § 278 Absatz 3,
- 6. zur systematischen Qualitätssicherung der Tätigkeit der Medizinischen Dienste,
- 7. zur einheitlichen statistischen Erfassung der Leistungen und Ergebnisse der Tätigkeit der Medizinischen Dienste sowie des hierfür eingesetzten Personals,
- 8. über die regelmäßige Berichterstattung der Medizinischen Dienste und des Medizinischen Dienstes Bund über ihre Tätigkeit und Personalausstattung,
Nummer 8 geändert durch G vom 5. 12. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 400) (12. 12. 2024).
- 9. über Grundsätze zur Fort- und Weiterbildung sowie
Nummer 9 geändert durch G vom 5. 12. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 400) (12. 12. 2024).
- 10. zur in Absatz 1 Satz 1 genannten Zusammenarbeit und einheitlichen Aufgabenwahrnehmung.
Nummer 10 angefügt durch G vom 5. 12. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 400) (12. 12. 2024).
2 Der Medizinische Dienst Bund hat bis zum 12. 6. 2025 die Richtlinie nach Satz 1 Nummer 3 zu erlassen oder anzupassen, soweit dies aufgrund der Änderung dieses Buches durch das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz vom 5. 12. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 400) erforderlich ist.
3 Der Medizinische Dienst Bund hat folgenden Stellen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, soweit sie von der jeweiligen Richtlinie betroffen sind:
- 1. dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen,
- 2. der Bundesärztekammer, der Bundespsychotherapeutenkammer und der Bundeszahnärztekammer sowie den Verbänden der Pflegeberufe auf Bundesebene und den für die Wahrnehmung der Interessen der Patientinnen und Patienten und der Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen maßgeblichen Organisationen,
- 3. den Vereinigungen der Leistungserbringer auf Bundesebene,
- 4. den maßgeblichen Verbänden und Fachkreisen auf Bundesebene und
- 5. der oder dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.
4 Er hat die Stellungnahmen in die Entscheidung einzubeziehen.
5 Der Vorstand beschließt die Richtlinien im Benehmen mit dem Verwaltungsrat.
6 Die Richtlinien sind für die Medizinischen Dienste verbindlich und bedürfen der Genehmigung des BMG.
7 Im Übrigen kann der Medizinische Dienst Bund Empfehlungen abgeben.
8 Das Nähere zum Verfahren regelt die Satzung nach
§ 282 Absatz 3 Satz 1 Nummer 1.
9 Richtlinien und Empfehlungen, die der Spitzenverband Bund der Krankenkassen nach
§ 282 Absatz 2 Satz 3 und 4 in der bis zum 31. 12. 2019 geltenden Fassung erlassen und abgegeben hat, gelten bis zu ihrer Änderung oder Aufhebung durch den Medizinischen Dienst Bund fort.
Satz 2 eingefügt durch G vom 5. 12. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 400) (12. 12. 2024), bisherige Sätze 2 bis 8 wurden Sätze 3 bis 9. Satz 5 neugefasst durch G vom 20. 12. 2022 (BGBl. I S. 2793).
(2a) 1 In der Richtlinie nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 4 ist eine bundeseinheitliche Methodik und Vorgehensweise nach angemessenen und anerkannten Methoden der Personalbedarfsermittlung vorzugeben. 2 Hierfür sind geeignete Gruppen der Aufgaben der Medizinischen Dienste zu definieren. 3 Die für den Erlass der Richtlinie nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 4 erforderlichen Daten sind von allen Medizinischen Diensten unter Koordinierung des Medizinischen Dienstes Bund nach einer bundeseinheitlichen Methodik und Vorgehensweise zu erheben und für alle Medizinischen Dienste einheitlich durch den Medizinischen Dienst Bund unter fachlicher Beteiligung der Medizinischen Dienste anonymisiert auszuwerten. 4 Die Richtlinie hat mindestens aufgabenbezogene Richtwerte für die Aufgabengruppen der Prüfungen von Krankenhausleistungen nach § 275c, der Begutachtungen zur Beseitigung von Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit nach § 275 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 Buchstabe b sowie der Prüfungen von medizinischen Rehabilitations- und Vorsorgeleistungen nach § 275 Absatz 2 Nummer 1 einzubeziehen.
Absatz 2a eingefügt durch G vom 5. 12. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 400) (12. 12. 2024).
(3) 1 Der Medizinische Dienst Bund nimmt auch die ihm nach § 53d SGB XI zugewiesenen Aufgaben wahr. 2 Insoweit richten sich die Verfahren nach den Vorschriften des SGB XI. 3 Der Vorstand beschließt die Richtlinien im Benehmen mit dem Verwaltungsrat.
Satz 3 angefügt durch G vom 20. 12. 2022 (BGBl. I S. 2793).
(4)
1 Der Medizinische Dienst Bund fasst die Berichte der Medizinischen Dienste nach
- 1. § 278 Absatz 4 Satz 1 in einem Bericht zusammen, legt diesen dem BMG bis zum 1. 6. jedes 2. Kalenderjahres vor und veröffentlicht den Bericht bis zum 1. 9. des jeweiligen Kalenderjahres,
- 2. § 278 Absatz 4 Satz 2 in einem Bericht zusammen, legt diesen dem BMG bis zum 1. 6. eines jeden Kalenderjahres vor und veröffentlicht den Bericht bis zum 1. 9. des jeweiligen Kalenderjahres.
2 Das Nähere regelt der Medizinische Dienst Bund in der Richtlinie nach Absatz 2 Satz 1 Nummer 8.
3 Der Medizinische Dienst Bund hat die Berichte der Medizinischen Dienste nach
§ 278 Absatz 4 Satz 2 seiner in
§ 17c Absatz 7 Satz 3 KHG genannten Stellungnahme zugrunde zu legen.
Absatz 4 neugefasst und Absatz 5 eingefügt durch G vom 5. 12. 2024 (BGBl. 2024 I Nr. 400) (12. 12. 2024), bisheriger Absatz 5 wurde Absatz 6.
(5)
1 Der Medizinische Dienst Bund führt eine Datenbank zu den Prüfungen nach § 275a Absatz 1 Satz 1. 2 In der Datenbank auszuweisen sind differenziert nach Krankenhausstandorten
- 1. das jeweilige Prüfergebnis mit Informationen zur Erfüllung oder Nichterfüllung der Qualitätskriterien, Strukturmerkmale und Qualitätsanforderungen, einschließlich der nach § 275a Absatz 4 Satz 1 und Absatz 6 Satz 3 zu übermittelnden Gutachten und Bescheinigungen,
- 2. die in § 275a Absatz 4 Satz 2 und 3, Absatz 6 Satz 5 und Absatz 7 Satz 3 genannten Mitteilungen und Informationen sowie
- 3. die in § 275a Absatz 4 Satz 4 genannten Feststellungen.
3 § 135d Absatz 3 Satz 2 gilt entsprechend.
4 Die Verarbeitung und Veröffentlichung der Daten in der Datenbank erfolgt ohne Personenbezug.
5 Die Datenbank ist fortlaufend auf Basis neuer Erkenntnisse der Medizinischen Dienste zu aktualisieren.
6 Die Medizinischen Dienste erhalten Zugang zu den für sie entsprechend ihrer örtlichen Zuständigkeit relevanten und für ihre Prüfungen nach
§ 275a Absatz 1 Satz 1 erforderlichen Daten.
7 Der Medizinische Dienst Bund gewährt hinsichtlich der in
§ 275a Absatz 11 genannten Übermittlungen, Mitteilungen oder Informationen dem jeweiligen Empfänger Zugang zu den für ihn entsprechend seiner örtlichen Zuständigkeit relevanten und für die Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben erforderlichen Daten.
8 Der Medizinische Dienst Bund regelt das Nähere zum Verfahren, zur Art und zum Umfang des Zugangs zu der Datenbank sowie zum Umfang, Format und zur Spezifikation der für die Datenbank erforderlichen Daten bis zum 12. 12. 2025 in der Richtlinie nach
§ 283 Absatz 2 Satz 1 Nummer 3.
9 Der Medizinische Dienst Bund richtet die Datenbank bis zum 12. 12. 2025 ein.
(6) Die Medizinischen Dienste haben den Medizinischen Dienst Bund bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben zu unterstützen.