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So kochen Sie Brühe, Bouillon und Fond einfach selbst
Veröffentlicht am:20.09.2023
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Die Begriffe Brühe, Bouillon, Fond und Consommé tauchen in vielen Kochbüchern auf. Bedeuten sie alle dasselbe oder gibt es Unterschiede? Aus welchen Zutaten sie bestehen, und worauf es bei der Zubereitung ankommt.

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Was ist der Unterschied zwischen Brühe, Fond, Bouillon und Consommé?
Die Basis vieler Speisen und Gerichte besteht aus würzigen Flüssigkeiten, die durch das Auskochen von Fleisch, Knochen, Gemüse oder Fisch entstehen. Sowohl in Rezeptbüchern als auch im Internet existieren viele verschiedene Bezeichnungen dafür. Die häufigsten in Rezepten vorkommenden Begriffe sind:
- Brühe (etwa Gemüsebrühe, Fleischbrühe, Hühnerbrühe, Kraftbrühe)
- Fond (etwa Gemüsefond, Fleischfond, Geflügelfond, Wildfond, Fischfond)
- Bouillon
- Consommé
Beim Kochen kommen oft Fragen auf: Sind Fond und Brühe das Gleiche? Kann ich statt Fond Brühe nehmen? Was ist der Unterschied zwischen Brühe und Bouillon? Teilweise werden diese Begriffe bedeutungsgleich verwendet. Dabei unterscheiden sie sich sowohl in der Zubereitung als auch in den Zutaten.
Was ist eine Brühe?
Brühe ist das Kochwasser, das beim Kochen verschiedener Zutaten übrigbleibt und beim Abgießen aufgefangen wird. Es gibt verschiedene Arten von Brühe: Wasser, in dem Gemüse ausgekocht wird, ergibt Gemüsebrühe. Fleischbrühe entsteht durch das Auskochen von Fleisch oder Knochen. Brühe enthält also die Aromen und, etwa bei grünem Gemüse, die Farbe ihrer Zutaten.
Übrigens: Bei einer Brühe handelt es sich um das Kochwasser ohne Zutaten. Bleiben sie im Wasser, spricht man von Suppe. Die Zutaten nennen sich dann Einlage.
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Was ist eine Bouillon?
Das Wort Bouillon leitet sich laut Duden vom französischen Wort „bouillir“ ab, was übersetzt „kochen“ oder „sieden“ heißt. Die französische Küche ist weltberühmt und beeinflusst deshalb auch Küchentechnik und Wortschatz anderer Länderküchen. Bouillon bedeutet nichts anderes als „Brühe“. Es gibt also keinen handwerklichen Unterschied zwischen Brühe und Bouillon. Gemüsebrühe schmeckt genauso wie Gemüsebouillon. Steht im Rezept Bouillon, können Sie auch Brühe nutzen und umgekehrt.
Was ist ein Fond?
Fond bezeichnet eine kräftige Flüssigkeit, die im Gegensatz zu Brühe oder Bouillon länger gekocht wird. Es gibt verschiedene Sorten: etwa Gemüsefond, Fleischfond, Geflügelfond oder Rinderfond. Fond eignet sich gut als Grundlage von Soßen. Für einen Fond kochen die Zutaten wie etwa Fleisch, Knochen, Fischgräten oder Gemüse so lange, bis sie fast geschmacksneutral sind. Alle Aromen gehen ins Kochwasser über. Das dauert je nach Rezept unterschiedlich lange. Dadurch erhält der Koch oder die Köchin eine sehr geschmacksintensive Flüssigkeit. Wer für eine Suppe oder Soße einen besonders intensiven Geschmack benötigt, greift lieber zum Fond als zur Brühe. Neben hellem Fond gibt es dunklen Fond. Dieser entsteht, wenn die Zutaten vor dem Kochen scharf angebraten oder im Backofen geröstet werden. Vor allem Wildfond oder Fond aus Meeresfrüchten wird auf diese Weise hergestellt. Die Röststoffe verleihen der späteren Flüssigkeit ihre dunkle Farbe.
Was ist Consommé?
Der Begriff Consommé stammt aus dem Französischen. Er bedeutet übersetzt so viel wie „Kraftbrühe“. Grundlage ist eine normale Brühe. In diese gibt der Koch oder die Köchin nach dem Auskochen sogenanntes Klärfleisch (mageres Fleisch, das zuvor durch einen Fleischwolf gedreht wurde) und Eiweiß. Alles zusammen köchelt erneut für etwa 45 Minuten bei schwacher Hitze. Um die Kraftbrühe von den Trübstoffen zu befreien – der Fachbegriff heißt „klären“ – gießt man sie durch ein Sieb, das mit einem sauberen Baumwolltuch ausgekleidet ist. Der Stoff wirkt wie ein Filter: Die Trübstoffe bleiben hängen und heraus kommt eine klare Kraftbrühe. Gelegentlich findet sich in Kochbüchern der Begriff „doppelte Kraftbrühe“, was nichts anderes bedeutet als die doppelte Menge an Klärfleisch zu nutzen.
3 Tipps, damit die selbstgemachte Brühe gelingt
- Zeit nehmen: Wer eine kräftige Brühe herstellen möchte, setzt sie kalt an. Das bedeutet, dass alle Zutaten mit kaltem Wasser im Topf langsam erwärmen und schließlich zusammen aufkochen.
- Auf die Temperatur kommt es an: Wichtig ist, dass die Brühe nicht sprudelnd kocht, sondern nur köchelt. So gelingt eine klare Brühe, die im Nachhinein nicht mehr geklärt werden muss.
- Eine Brühe ist nur so gut wie ihre Zutaten: Eine geschmacklich runde Fleischbrühe entsteht, wenn Sie Muskelfleisch verwenden, das nicht zu viel Fett und Bindegewebe enthält. Darüber hinaus machen klein gehackte Knochen die Brühe intensiver. Wer eine leichte, fettarme Brühe bevorzugt, entfernt vorher am besten das Knochenmark. Tipp: Anhand von Siegeln zum Tierwohl erkennen Sie, wie hochwertig und nachhaltig Fleisch ist.

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Rezept für kräftige Rinderbrühe
Das Rezept lässt sich auch für andere Zutaten abwandeln. Mit einer größeren Menge Gemüse anstelle von Rindfleisch und Rinderknochen (gern gemischt) können Sie eine Gemüsebrühe kochen. Wichtig ist, dass die Zutaten immer nur knapp vom Wasser bedeckt sind.
Zutaten
- 1kgklein gehackte Rinderknochen
- 500gmageres Rindfleisch
- 5Pfefferkörner
- 1Lorbeerblatt
- 1ZweigLiebstöckel
- 1halbierte Zwiebel mit Schale
- 1BundSuppengrün (Möhren, Lauch, Sellerie, Petersilienwurzel, Petersilie)
- Salz und Pfeffer
Zubereitung
Knochen und Fleisch waschen. Knochen dann in kochendes Wasser geben und kurz aufkochen lassen. Danach alles in ein Sieb gießen und die Knochen mit kaltem Wasser abbrausen.
Den Topf erneut mit kaltem Wasser befüllen und Knochen, Fleisch und Gewürze hinzugeben. Die Zutaten sollten mit Wasser bedeckt sein.
Alles langsam zum Kochen bringen und ohne Deckel für etwa ein bis zwei Stunden leise köcheln lassen.
Zwischendurch aufsteigenden Schaum mit einem Löffel abschöpfen.
Nach etwa zweieinhalb Stunden das grob zerteilte Gemüse hinzugeben.
Ist das Gemüse gar, die Brühe zusammen mit den Zutaten durch ein mit einem sauberen Baumwolltuch ausgelegtes Sieb gießen und in einem Topf auffangen.
Brühe nach Geschmack mit Salz und Pfeffer würzen.
Extratipp: Brühe, Fond oder Kraftbrühe eignen sich wunderbar, um sie portionsweise einzufrieren. So haben Sie immer eine gesunde, salzärmere Alternative zu Instant-Brühe als Basis für Suppen und Soßen griffbereit oder können die Brühe einfach so genießen. Wichtig ist, die Flüssigkeit vor dem Einfrieren komplett auskühlen zu lassen.