Obst & Gemüse
Gemüse und Obst mit Schale: Das können Sie mitessen
Veröffentlicht am:22.04.2022
4 Minuten Lesedauer
Zu schade für die Tonne: Häufig schälen wir Obst und Gemüse und werfen die Schale anschließend weg. Das ist unnötig – und schade, denn: Viele wichtige Vitamine und Nährstoffe stecken in der Schale, nicht im Inneren der Frucht.

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Inhalte im Überblick
Kann man Obst und Gemüse mit Schale essen?
Zu holzig, zu hart, zu schmutzig, zu unappetitlich – es gibt viele Gründe, warum Menschen die Schale von Obst und Gemüse entfernen und wegwerfen. So entstehen jedes Jahr mehrere Tonnen Lebensmittelabfälle. Manche Obst- und Gemüseschalen sind tatsächlich ungenießbar und gehören auf den Kompost. Andere hingegen werden nur aus geschmacklichen Gründen aussortiert, sind aber grundsätzlich essbar. Sie können entweder einfach mitgegessen oder zu einem anderen Gericht weiterverarbeitet werden.
Gut für Umwelt, Konto und Gesundheit
In vielen Obstsorten stecken die Vitamine, Mineral- und andere gesunde Pflanzenstoffe in oder direkt unter der Schale. Wer die Schale mitisst, tut daher auch seinem Körper einen großen Gefallen und entdeckt Geschmacksvielfalten.
Gemüseschalen: Welche Sorten kann man essen und welche lieber nicht?
Viele Gemüsesorten werden geschält, obwohl es gar nicht notwendig ist. Man kann Möhren mit Schale essen, ebenso Gurken, Pastinaken oder Rettich. Oft genügt es, dieses Gemüse gut zu waschen oder mit einer Gemüsebürste unter fließendem Wasser abzubürsten. Auch der Strunk von Blumenkohl oder Brokkoli kann ganz normal zerkleinert, mitgegart und gegessen werden, wenn die holzigen Stellen vorher entfernt wurden. Nicht gekeimte Kartoffelschalen sind ebenfalls essbar, sollten aber ebenfalls mitgegart werden.
Viele Gemüseliebhaber wissen bereits, dass sie den Hokkaido-Kürbis mit Schale essen können. Doch auch die Schalen von Butternut-Kürbis, Muskat-Kürbis und Gelbem Zentner sind essbar. Sie benötigen allerdings eine längere Garzeit. Junge, zarte Rote Beten oder Kohlrabis können ebenfalls mit Schale zubereitet werden, solange sie nicht zu dick ist.
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Keinesfalls mitessen sollten Sie Strunk, Stängel und grüne Stellen in Tomaten sowie gekeimte oder grüne Stellen bei Kartoffeln. Kartoffelkeime enthalten giftiges Solanin, das Kopfschmerzen und Übelkeit verursachen kann. Wer Stängel und Blätter von Gemüse oder Möhrengrün mitessen möchte, sollte ebenfalls vorsichtig sein: Die Nährstoffanteile und Schadstoffbelastungen können sich sehr von denen der eigentlichen Frucht unterscheiden. Rhabarberblätter enthalten zum Beispiel viel Oxalsäure, die in größeren Mengen zu Harnsteinen führen kann.

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Obstschalen: Welche Sorten sind genießbar, welche sollte man vermeiden?
Bei den allermeisten Kern- oder Steinobstsorten, wie zum Beispiel Pflaumen, Äpfeln, Birnen, Nektarinen oder Aprikosen, kann man die Schale mitessen. Sie ist weich und gut verdaulich. Idealerweise sollte das Obst vor dem Verzehr gut gewaschen werden, um Schmutz oder Schadstoffe zu entfernen. Selbst Kiwischalen sind essbar – auch wenn sie vielen Menschen zu pelzig sind. Tipp: Die Schale von gelben Kiwis ist glatter als die von grünen und fühlt sich daher im Mund angenehmer an.
Die Schalen von Zitrusfrüchten, wie Orangen oder Zitronen, sowie Bananenschalen sind nicht gut verdaulich und sollten nicht in größeren Mengen mitgegessen werden. Auch Obstkerne, zum Beispiel von Kirschen oder Aprikosen, sollten ebenfalls besser nicht im Magen landen – insbesondere nicht in dem von Kindern. Sie enthalten Stoffe, die in größeren Mengen giftig sein können. Beim Verzehr von Kerngehäuse und Kernen in üblicher Menge ist bei Äpfeln kein gesundheitliches Risiko zu erwarten.
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Was sollte man beachten, wenn man Schalen zubereitet?
Schalen von Obst und Gemüse können die Ernährung bereichern. Folgendes sollten Sie beachten, wenn Sie sie verwenden:
- Alles, was Sie nicht schälen, sollten Sie gut waschen oder putzen. Achten Sie darauf, möglichst unbehandeltes Obst und Gemüse zu kaufen.
- Setzen Sie auf Biogemüse, das enthält in der Regel weniger schädliche Stoffe, wie zum Beispiel Nitrat.
- Schalen von Gemüsesorten, die nur gekocht essbar sind, müssen vor dem Essen ebenfalls immer gegart werden. Dazu gehören zum Beispiel Gemüsearten wie Bohnen, Auberginen, Maniok, Rhabarber, Kartoffeln, aber auch Holunderbeeren – sie dürfen nicht roh verzehrt werden.
- Wenn Sie zu Allergien neigen, müssen Sie besonders vorsichtig sein: Obstschalen enthalten mehr Allergene als die Frucht selbst.