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Schlafbedarf bei Kindern: Wie viel Schlaf brauchen die Kleinen?
Veröffentlicht am:14.01.2021
aktualisiert am 30.09.2026
6 Minuten Lesedauer
Ausreichend Schlaf ist für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wichtig. Ihr Schlafbedarf hängt vor allem vom Alter ab und nimmt mit der Zeit ab. Regelmäßige Schlafenszeiten und feste Rituale können den Schlaf fördern.

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Wie viel Schlaf brauchen Kinder in welchem Alter?
Wie viel Schlaf Kinder benötigen, hängt in erster Linie vom Alter ab. Mit zunehmendem Alter verringert sich die tägliche Schlafzeit, sie bleibt aber auch von Kind zu Kind unterschiedlich. Neugeborene haben noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus und schlafen daher in fünf bis sechs Phasen über Tag und Nacht verteilt. Eine Schlafphase beträgt dabei etwa vier Stunden.
Mit einem Jahr schlafen die meisten Kinder nur noch dreimal durchschnittlich, wobei der Schlaf aus einer längeren Nachtphase von sechs bis acht Stunden besteht, die durch zwei kürzere Schläfchen am Tag ergänzt wird.
Ab dem 18. Lebensmonat schlafen die meisten Kleinkinder sogar nur noch einmal tagsüber. Mit zwei Jahren können manche Kinder schon auf den Mittagsschlaf verzichten. Die meisten Kinder benötigen in diesem Alter jedoch noch einen Mittagsschlaf. Auch Jugendliche brauchen noch mehr Schlaf als Erwachsene. Ihr Schlafbedarf liegt bei acht bis zehn Stunden.
Schlaftabelle: Wie viel Schlaf brauchen Kinder pro Tag?
Es gibt Richtwerte für den Schlafbedarf von Kindern. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte, an denen Sie sich orientieren können. Abweichungen von bis zu zwei Stunden sind dabei in der Regel normal.
| Alter | Mittlere Schlafdauer pro Tag |
|---|---|
| 0 bis 3 Monate | ca. 17 Stunden |
| 3 Monate | ca. 14,5 Stunden |
| 6 bis 9 Monate | ca. 14 Stunden |
| 12 Monate | ca. 14 Stunden |
| 18 Monate | ca. 13,5 Stunden |
| 2 Jahre | ca. 13 Stunden |
| 3 Jahre | ca. 12,5 Stunden |
| 4 Jahre | ca. 12 Stunden |
| 5 Jahre | ca. 11,5 Stunden |
| 6 bis 12 Jahre | 9 bis 12 Stunden |
| 13 bis 17 Jahre | 8 bis 10 Stunden |
Wann sollten Kinder ins Bett gehen?
Die richtige Zubettgehzeit von Kindern können Sie berechnen. Sie ergibt sich aus der Aufstehzeit minus dem persönlichen Schlafbedarf des Kindes. Wenn Ihr Kind beispielsweise regelmäßig um 6.30 Uhr aufwacht und etwa 10 Stunden Schlaf benötigt, sollte es spätestens um 20.30 Uhr im Bett sein.
Wenn Ihr Kind länger zum Einschlafen braucht, sollten Sie die Zubettgehzeit früher ansetzen. Macht Ihr Kind noch einen Mittagsschlaf, braucht es nachts entsprechend weniger Schlaf.
Neben dem Schlafbedarf kann auch der individuelle Schlafrhythmus beeinflussen, wann ein Kind müde wird. Schon im Kindesalter lassen sich die verschiedenen Schlaftypen erkennen. Der Chronotyp ist teilweise genetisch geprägt, wird aber auch durch Alter und Umweltfaktoren beeinflusst. So lässt sich früh erkennen, ob es sich um eine kleine Nachteule oder einen Frühaufsteher handelt.
Wann braucht ein Kind noch einen Mittagsschlaf?
Wie lange ein Kind einen Mittagsschlaf benötigt, ist individuell. Gehen Sie auf die Bedürfnisse Ihres Kindes ein. Erzwingen Sie den Mittagsschlaf nicht, verzichten Sie aber auch nicht darauf, wenn Ihr Kind müde ist oder danach verlangt.
Es gibt Kinder, die sich auch mit drei Jahren oder sogar im Grundschulalter noch mittags hinlegen. Andere schlafen mittags nicht mehr, brauchen aber eine kleine Ruhepause.
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Wie lässt sich feststellen, ob ein Kind genug schläft?
Sobald ein Kind in die Kita, in den Kindergarten oder in die Schule geht, ändert sich sein Tagesrhythmus. Um herauszufinden, ob ein Kind genug schläft, kann ein Vergleich des Schlafs am Wochenende oder in den Ferien mit dem Schlaf an Wochentagen helfen.
Dazu lässt man das Kind am Wochenende oder in den Ferien ausschlafen. Diesen Schlafbedarf vergleicht man mit dem Schlaf an einem durchschnittlichen Wochentag. Schläft ein Kind am freien Tag deutlich länger, kann das auf einen Schlafmangel unter der Woche hindeuten.
Woran erkennt man Schlafmangel bei Kindern?
Wenn Kinder zu wenig schlafen, zeigen sie tagsüber – anders als Erwachsene – häufig ein auffälliges Verhalten. Sie versuchen, den Schlafmangel mit übermäßiger Aktivität zu kompensieren. Hinzu kommen Unmut und schlechte Stimmung. Das geht mit einer mangelnden Ausdauer und einer schlechten Konzentrationsfähigkeit einher.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind genug schläft, kann ein Schlafprotokoll helfen. Tragen Sie dazu zwei bis drei Wochen lang täglich die Zubettgeh- und Aufstehzeiten Ihres Kindes ein. So erhalten Sie einen Überblick über den Schlafbedarf Ihres Kindes und können die Schlafzeit bei Bedarf anpassen.

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Was können Eltern tun, wenn ihr Kind Schlafprobleme hat?
Hält sich das Ein- oder Durchschlafproblem über längere Zeit, sollten Eltern kinderärztlichen Rat einholen. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Schlafproblemen kann die Kinderärztin oder der Kinderarzt weitere fachliche Unterstützung empfehlen.
Was können Eltern tun, wenn ihr Kind abends nicht ins Bett gehen möchte?
Eine feste und verlässliche Zubettgehzeit hilft Kindern dabei, einen regelmäßigen Schlafrhythmus zu entwickeln. Wenn Kinder abends nicht ins Bett wollen, sollten Sie konsequent bei der vereinbarten Zubettgehzeit bleiben. Natürlich können Sie auch mal eine Ausnahme machen, etwa bei besonderen Anlässen.
Warum ist erholsamer Schlaf für Kinder wichtig?
Ausreichend Schlaf unterstützt die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Er dient der Erholung, spielt aber auch für Lernen, Gedächtnis und Wachstum eine wichtige Rolle.
Im Schlaf bilden sich beispielsweise Synapsen, also Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Das hilft dabei, Gelerntes zu verfestigen und Eindrücke zu verarbeiten. Außerdem fördert Schlaf die körperliche Entwicklung des Kindes. Im Tiefschlaf schüttet der Körper ein Wachstumshormon aus.
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9 Tipps: Wie können Eltern den Schlaf von Kindern fördern?
Regelmäßige Schlafenszeiten, feste Rituale und eine ruhige Schlafumgebung können Kindern dabei helfen, ein- und durchzuschlafen. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat einige Tipps zusammengestellt, die den Schlaf erleichtern können:
- Regelmäßige Einschlaf- und Aufstehzeiten einhalten. Schlafrituale wie ein Lied singen, beruhigende Musik hören oder Geschichten erzählen fördern diese Regelmäßigkeit.
- Zubettgehen sollte Spaß machen und keine Strafe darstellen.
- Das Bett ist zum Schlafen gedacht. Im Bett sollten die Kinder nicht lesen, spielen, fernsehen oder herumtoben.
- Zwischen Abendmahlzeit und Zubettgehen genügend Zeit einplanen. Leichte Kost kann schlaffördernd wirken.
- Koffeinhaltige Getränke für Kinder vermeiden.
- Sport oder aufregende Aktivitäten wie Fernsehen, Computerspiele oder eine spannende Lektüre vor dem Schlafengehen vermeiden, da sie einen erholsamen Schlaf behindern.
- Störende Lichtquellen, Lärm und extreme Temperaturen im Schlafzimmer des Kindes vermeiden.
- Möglicherweise schläft ein Kind nachts schlecht, weil der Mittagsschlaf nicht mehr nötig ist. Nehmen Sie die Summe der Schlafzeiten Ihres Kindes und prüfen Sie, ob es keinen Mittagsschlaf mehr braucht oder später ins Bett kann.
- Träumen ist normal. Auch wenn Ihr Kind manchmal Albträume hat, ist das noch kein Grund zur Sorge. Wenn Ihr Kind aber dauerhaft unter Albträumen leidet oder sich tagsüber intensiv mit ihnen beschäftigt, sollten Sie ärztliche Unterstützung suchen.
- Ein Kind ist ausgeschlafen, wenn es rasch wach wird und sich tagsüber aktiv beschäftigt.
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Robert Koch-Institut (2020): Themenblatt Schlaf.
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (2025): Schlafbedarf und Schlafdauer.
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) (2026): Patientenratgeber – Schlafstörungen bei Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen.
Hernandez, L. M., Ganesh, S. S. A., Gandal, M. J., Fuligni, A. J. (2025): Genetic prediction of early adolescent chronotype: effects of sex and pubertal status, Sleep, Volume 48, Issue 6.








