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Haut & Allergie

Seborrhoisches Ekzem: Ursachen und Behandlung

Veröffentlicht am:02.04.2025

5 Minuten Lesedauer

Rote Flecken und schuppige Stellen auf der Haut beeinträchtigen das Wohlbefinden – manchmal deuten sie auf ein seborrhoisches Ekzem hin. Wie es sich von Neurodermitis unterscheidet und was dagegen hilft.

Ein Mann betrachtet sich im Spiegel und fasst sich an die Kopfhaut.

© iStock / AND-ONE

Was versteht man unter einem seborrhoischen Ekzem?

Bei einem seborrhoischen Ekzem handelt es sich um eine nicht ansteckende, entzündliche Hauterkrankung, die vor allem durch rötliche Areale und fettige Schuppen auf sich aufmerksam macht. Nicht der ganze Körper ist betroffen, sondern bestimmte Hautbereiche. Die seborrhoische Dermatitis, wie das seborrhoische Ekzem auch genannt wird, bildet sich vor allem dort, wo sich viele Talgdrüsen befinden, – Patienten und Patientinnen entwickeln das Ekzem beispielsweise im Gesicht oder auf dem Kopf. Etwa drei bis zehn von 100 Personen sind davon betroffen, Männer öfter als Frauen. Auch wenn das seborrhoische Ekzem in jedem Alter auftreten kann, entdecken Personen die auffälligen Hautstellen meist zum ersten Mal im jungen Erwachsenenalter oder ab dem 50. Lebensjahr – allerdings können auch Säuglinge ein seborrhoisches Ekzem entwickeln. Während sich der Ausschlag bei Babys innerhalb weniger Monate ohne Behandlung zurückbildet und nicht wieder auftritt, verläuft das seborrhoische Ekzem bei Erwachsenen chronisch. Es kehrt also in unregelmäßigen Abständen zurück oder besteht dauerhaft, mit mehr oder weniger ausgeprägten Hautveränderungen. Bei der Diagnose ist die Unterscheidung von anderen Hauterkrankungen wichtig – das seborrhoische Ekzem ist nicht das gleiche wie Schuppenflechte, auch wenn es hier ebenfalls zu schuppigen Hautveränderungen kommt.

So sieht ein seborrhoisches Ekzem aus

Die betreffenden Hautregionen verändern bei einem seborrhoischen Ekzem typischerweise ihr Aussehen: Die Haut ist fleckig, gerötet und besetzt mit gelblichen, fettig glänzenden Schuppen. Auf dunkler Haut erscheinen die Hautentzündungen weniger rötlich, sondern eher hell.

Die nicht juckenden Ekzeme können an diesen Körperbereichen auftreten:

  • auf der Kopfhaut oder am Haaransatz
  • an und zwischen den Augenbrauen
  • auf den Wangen
  • iIm Areal seitlich der Nase bis zum Mund (Nasolabialbereich)
  • im Bereich des Brustbeins, auf dem oberen Rücken oder in der Leistenregion
  • in den Körperfalten an den Achseln, Genitalien oder der Brüste

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Wie beeinflusst der Lebensstil ein seborrhoisches Ekzem?

Bei Menschen mit einem seborrhoischen Ekzem sind die Rötungen und Schuppungen auf der Kopfhaut oder an anderen Körperstellen mal mehr und mal weniger ausgeprägt – spielt der Lebensstil hier eine Rolle? Laut einiger Theorien wirkt sich die Ernährung auf ein seborrhoisches Ekzem aus. Derzeit gibt es aber keine anerkannten Ernährungsempfehlungen für Betroffene. Ein stressiger Alltag kann jedoch eine Verschlechterung bewirken. In vielen Fällen bessert sich der Hautauschlag durch regelmäßige Sonnenbäder. Dabei ist der Sonnenschutz wichtig. Herkömmliche Sonnenschutzmittel reichen aus, um sich gemäß dem eigenen Hauttyp vor UV-Strahlen zu schützen.

Welche Ursachen hat eine seborrhoische Dermatitis?

Noch ist nicht vollständig geklärt, was zu einer seborrhoischen Dermatitis führt, Forschende nehmen an, dass verschiedene Faktoren die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, erhöhen. Ein möglicher Auslöser ist ein Hefepilz namens „Malassezia furfur“. Dieser ist Teil der normalen Hautflora, bei Erkrankten kann er aber übermäßig vorkommen. Wahrscheinlich sind auch die Talgdrüsen besonders aktiv, dadurch bilden sie mehr Talg als üblich. Es ist denkbar, dass Hormone am Krankheitsgeschehen beteiligt sind: Durch einen erhöhten Androgenspiegel kann die Talgproduktion aus dem Takt geraten. Auch können Bakterien und Stress die Erkrankung auslösen. Die familiäre Veranlagung scheint ebenfalls eine Rolle zu spielen. Nicht zuletzt können Medikamente die Wahrscheinlichkeit für eine seborrhoische Dermatitis erhöhen, etwa das Antidepressivum Lithium oder auch spezielle Neuroleptika.

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Was hilft bei einem seborrhoischen Ekzem auf Kopfhaut oder Gesicht?

Wer auffällige Hautstellen bei sich entdeckt, kann sich zunächst an die hausärztliche Praxis wenden. Sie stellt bei Bedarf eine Überweisung zu einem Dermatologen oder einer Dermatologin aus. Für die Diagnose seborrhoisches Ekzem reichen in der Regel die Angaben zur Krankengeschichte und ein geschulter Blick auf die Haut. So grenzen Medizinerinnen und Mediziner auch das seborrhoische Ekzem von einer Schuppenflechte oder einer Neurodermitis ab. Bei einer Neurodermitis ist die Haut in der Regel an anderen Stellen auffällig und die entzündeten Hautstellen jucken typischerweise. Ist die Diagnose trotz körperlicher Untersuchung unklar, kann der Arzt oder die Ärztin einen Abstrich ins Labor schicken, um eine Infektion auszuschließen. Steht fest, dass es sich, etwa im Gesicht, um ein seborrhoisches Ekzem handelt, existieren verschiedene Behandlungen. Oral einzunehmende Medikamente sind nicht nötig, stattdessen wird die Hautstelle lokal therapiert: Die Kopfhaut profitiert von teerhaltigen Shampoos und Waschlösungen mit pilzhemmenden Eigenschaften. Außerdem steht eine große Bandbreite an Cremes bereit. Medizinerinnen und Mediziner beraten, welche Creme gegen das seborrhoische Ekzem hilft – infrage kommen auch salicylsäurehaltige Cremes oder solche mit Antipilzmitteln. Manchmal sind auch entzündungshemmende Cremes und Kortison-Gele notwendig. Je nachdem, wie stark die Entzündungen ausfallen und um welches Produkt es sich handelt, dauert die Behandlung mehrere Tage bis wenige Wochen. Auch wenn die Cremes und Shampoos die Beschwerden lindern, dauerhaft heilen können sie die Ekzeme nicht.

Eine Frau sitzt mit anderen Personen auf einer Wiese und meditiert.

© iStock / stevehullphotography

Entspannung und Sonnenbäder können die Symptome eines seborrhoischen Ekzems lindern.

3 Tipps für Menschen mit einem seborrhoischen Ekzem

Die entzündlichen Hautveränderungen fügen dem Körper zwar keine großen Schäden zu, können das Wohlbefinden aber stark beeinträchtigen. Doch was können Betroffene selbst tun, gibt es Hausmittel gegen ein seborrhoisches Ekzem?

  1. Sonne tanken: Sonnenstrahlen können nicht nur das Gemüt aufhellen, sondern sind auch bei einer seborrhoischen Dermatitis empfehlenswert. Der Grund: Die UV-A- und UV-B-Strahlen reduzieren scheinbar den Hefepilz Malassezia furfur, der mit der Hauterkrankung in Verbindung gebracht wird. Auf einen geeigneten Sonnenschutz sollten Sie dennoch nicht verzichten – denn: Zu langes Sonnenbaden provoziert Sonnenbrände und steigert das Hautkrebsrisiko.
  2. Stress reduzieren: Da Stress sich ungünstig auf das seborrhoische Ekzem auswirkt, sollte der Lebensstil möglichst stressarm sein. Dabei helfen entspannende Maßnahmen, wie Yoga oder Achtsamkeitsübungen.
  3. Sparsam schminken: Ekzeme, etwa im Gesicht, können zu Schamgefühlen führen. Betroffene bedecken die Hautstellen oft mit Make-up. Das kann jedoch die Hautporen verschließen und andere Hautprobleme hervorrufen – ein leichtes Make-up und milde Pflegeprodukte mit einem geringeren Fettanteil vertragen Betroffene meist gut.

Führen seborrhoische Ekzeme zu einem hohen Leidensdruck, bietet sich eine Verhaltenstherapie an. Hier lernen Betroffene den Umgang mit der Erkrankung.

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