Muskel-Skelett-System
Spondylarthrose: Wie sich eine Facettengelenksarthrose äußert und wie sie behandelt wird
Veröffentlicht am:05.03.2025
4 Minuten Lesedauer
Viele Deutsche leiden unter Rückenproblemen. Die Suche nach der Ursache ist meist schwierig, oft stehen die Bandscheiben im Verdacht. Doch manchmal sind Gelenkknorpel die Ursache. Wie man Spondylarthrose erkennt und was man dagegen tun kann.

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Was ist eine Spondylarthrose
Spondyl ist das griechische Wort für „Wirbel“. Die Spondylarthrose ist eine Form der Arthrose, die die kleinen Gelenke zwischen den einzelnen Rückenwirbeln befällt. Denn diese sind jeweils durch zwei Elemente verbunden: im vorderen Bereich durch die Bandscheiben und hinten durch so genannte Facettengelenke.
Diese sorgen dafür, dass sich der Rücken strecken, beugen und drehen lässt. Zwischen den Gelenken sitzt eine Knorpelschicht. Im Fall einer Spondylarthrose ist diese Knorpelschicht beschädigt oder sogar ganz verloren, so dass Knochen auf Knochen reibt. Außerdem können Knochenauswüchse und Zysten entstehen, die auf die Nerven drücken, die in Arme und Beine führen. Mit der Zeit kann es zu Bewegungseinschränkungen kommen.
Was sind die Symptome einer Spondylarthrose?
Charakteristisch für eine Spondylarthrose sind Rückenschmerzen, die bei Belastung auftreten und in einer entspannten Position fast oder ganz verschwinden. Typisch ist ein morgendlicher Anlaufschmerz nach dem Aufstehen, wenn die Wirbelsäule nach der nächtlichen Ruhe wieder gestreckt wird. Außerdem treten die Beschwerden oft dann auf, wenn der Rücken nach hinten gebeugt wird oder allgemein, wenn die Belastung wechselt, etwa beim Umdrehen im Bett. Auch ein Gefühl von Steifheit kann hinzukommen.
Wie sich die Schmerzen genau äußern, hängt davon ab, welcher Bereich des Rückens von der Arthrose betroffen ist: Sitzt sie im Bereich der Lendenwirbelsäule, sorgt sie für tiefsitzende Kreuzschmerzen, vor allem nach längerem Stehen oder Gehen. Diese können bis in die Beine ziehen.
Von der Brustwirbelsäule aus kann der Schmerz nach vorn ausstrahlen und beim Atmen auftreten. Arthrose in der Halswirbelsäule spüren Betroffene durch Nackenschmerzen, die teilweise in die Schultern ausstrahlen. Außerdem kann sich eine Spondylarthrose auch durch Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln in Armen oder Beinen äußern – dann nämlich, wenn die aus dem Wirbelsäulenkanal austretenden Nerven von den schon oben erwähnten Knochenauswüchsen oder Zysten eingeengt oder gereizt werden.
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Wodurch entsteht die Spondylarthrose?
Am häufigsten ist ein altersbedingter Verschleiß die Ursache für eine Spondylarthrose oder Facettengelenksarthrose, wie sie auch genannt wird. Auch Überlastung, etwa durch Übergewicht, begünstigt das Entstehen. Oft werden die Beschwerden dadurch ausgelöst, dass die Bandscheiben im vorderen Bereich der Wirbelsäule mit dem Alter an Höhe verlieren. Dadurch steigt die Last auf die Facettengelenke, die so auf Dauer Schaden nehmen können.
Weitere Ursachen für die Entstehung einer solchen Arthrose der Wirbelsäule sind Bewegungsmangel und daraus entstehende Haltungsstörungen, die für Fehlbelastungen sorgen, sportliches Übertraining, belastende Arbeitsroutinen und auch eine genetische Veranlagung.
Was lässt sich gegen die Rückenschmerzen tun?
Zunächst lässt sich der behandelnde Arzt oder die Ärztin schildern, wann und wo die Schmerzen auftreten und ob es Bewegungseinschränkungen gibt. Dabei gilt es auch, die Spondylarthrose von Problemen mit den Bandscheiben und anderen Ursachen für Rückenbeschwerden zu unterscheiden.
Abtasten und Abklopfen der Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur bringen dem Untersuchenden weitere Informationen. Auch durch Rütteln an den Beinen des liegenden Patienten, beziehungsweise der Patientin, oder durch Abspreizen oder Drehung der Beine im Hüftgelenk können Bewegungen des Rückens und damit Schmerz provoziert werden. Durch gezielten Einsatz von Betäubung lässt sich abklären, ob die Beschwerden wirklich aus den Gelenken kommen und nicht von geschädigten Bandscheiben oder Nerven ausgelöst werden.
Außerdem lassen sich Veränderungen an den Facettengelenken, etwa Verknöcherungen, mit bildgebenden Verfahren nachweisen: Röntgenaufnahmen oder Tomografien können so die Diagnose stützen.

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Wie wird die Spondylarthrose behandelt?
In der Regel wird eine Spondylarthrose konservativ behandelt, also ohne einen operativen Eingriff. Zur kurzfristigen Linderung der Beschwerden werden häufig Schmerzmittel, Entzündungshemmer oder Antirheumatika verabreicht. Auch kann eine Entlastung der Wirbelsäule helfen, etwa durch Hochlegen der Beine mit gebeugten Knien, oder eine Orthese, die den Bereich stabilisiert.
Nach Abklingen der akuten Schmerzen sollte mit Bewegungsübungen begonnen werden, die auf eine Kräftigung der Rückenmuskulatur abzielen. Unterstützend können auch der Einsatz von Wärme, Kälte, oder elektrischer Nervenstimulation für Besserung sorgen.
Nur in Ausnahmefällen wird bei dieser Art Arthrose operiert. Dann wird der betroffene Bereich versteift, damit kein Bewegungsschmerz mehr auftritt. Allerdings ist es dann möglich, dass sich durch die veränderten Belastungen und Bewegungsmuster die Beschwerden auf andere Gelenke verlagern.
Was kann ich bei einer Spondylarthrose selbst tun?
Bewegung ist eine gute Vorbeugung gegen Spondylarthrose. Aber auch bei einer vorhandenen Spondylarthrose ist sie das Mittel der Wahl. Denn sie kräftigt die Rückenmuskulatur, stabilisiert damit die Wirbelsäule und hält die Gelenke geschmeidig. Wenn die Arthrose schon besteht, sollte man sich allerdings auf sportliche Betätigungen konzentrieren, bei denen keine Überstreckungen oder ruckartigen Bewegungen auftreten. Ärzte und Ärztinnen empfehlen zum Beispiel Rückenschwimmen, Nordic Walking oder Radfahren.
Generell gilt dabei, dass beim Sport keine Schmerzen auftreten sollten, die länger als einen Moment anhalten. Sonst sollte man sich nach einer Alternative umsehen. Und da Übergewicht die Belastung für die geschädigten Gelenke erhöht, kann auch Abnehmen die Beschwerden durch die Arthrose lindern.
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