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Gesundheitsmagazin

Stoffwechsel

Stress reduzieren: bei Diabetes besonders wichtig

Veröffentlicht am:03.04.2025

5 Minuten Lesedauer

Stress kann krank machen. Insbesondere Menschen mit Diabetes sollten auf ihre innere Balance achten. Welche negativen Auswirkungen Stress auf Diabetes haben kann und wie Sie Entspannung im Alltag finden, erfahren Sie hier.

Eine Frau mit leicht grauen Haaren und Brille sitzt an einem Schreibtisch, vor sich Monitor, Tastatur und einige Unterlagen. Sie blickt auf ihre Armbanduhr, fasst sich an die Stirn und schaut erschrocken.

© iStock / Prostock-Studio

Was macht Stress mit unserem Körper?

Unser Stoffwechsel funktioniert seit Jahrmillionen gleich: Um zu überleben, sind wir innerhalb eines Sekundenbruchteils im „Fight-or-Flight-Modus“, sprich: Wir sind bereit, gegen wilde Tiere zu kämpfen oder wegzulaufen. Damit das in kürzester Zeit funktioniert, werden in stressigen Situationen Hormone ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass sich die Durchblutung unserer Muskeln verbessert, die Atmung und der Herzschlag sich beschleunigen und im Blut genügend Energie aus Zuckerreserven bereitgestellt wird. Diese sogenannten Stresshormone sind vor allem Adrenalin und Cortisol. Heute kämpfen wir zwar in aller Regel nicht mehr gegen wilde Tiere, die körperliche Reaktion auf bedrohlich empfundene Situationen ist aber immer noch dieselbe. Und wenn Stress chronisch besteht, ist unser Cortisolspiegel dauerhaft zu hoch. Das kann vorübergehend einen schützenden Effekt haben, auf Dauer wirkt sich dies jedoch negativ aus, vor allem auf den Zuckerstoffwechsel, und erhöht den Blutzuckerspiegel.

Stress als Risiko für Menschen mit Diabetes

Bei Menschen ohne Diabetes sorgen Insulin und seine Gegenspieler dafür, dass die Zuckerkonzentration im Blut stets dem jeweiligen Bedarf entspricht. Menschen mit Diabetes müssen jedoch vorsichtig sein bei zu viel Stress, denn er kann die Blutzuckerwerte schwer kontrollierbar machen.. Vor allem Dauerstress, etwa durch eine ständige Überforderung auf der Arbeit oder eine belastende familiäre Situation, wirkt sich negativ aus. Einen ebenfalls ungünstigen Einfluss auf den Stoffwechsel hat Nachtarbeit. Wer nachts arbeitet, isst meist auch zu später Stunde. Doch bei nächtlichen Mahlzeiten kann der Blutzucker schlechter reguliert werden. Menschen mit Diabetes benötigen dann mehr Medikamente.

Ein Trainingsraum. Mehrere Männer in sportlich-bequemer Kleidung praktizieren Qigong. Sie haben die Beine seitlich gespreizt aufgestellt und halten die Arme, als würden sie einen Bogen spannen, um einen Pfeil abzuschießen.

© iStock / SeventyFour

Qigong ist Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin. Die Übungen können nicht nur Menschen mit Diabetes helfen, Körper und Geist zu entspannen.

Wie Sie Stress bei Diabetes effektiv verringern

Menschen mit Diabetes sollten Stress weitestgehend vermeiden. Wenn es dennoch einmal stressig wird, helfen diese Strategien, Ruhe zu bewahren:

  • Lernen Sie, sich abzugrenzen. Es ist wichtig, dass Sie die Grenzen Ihrer eigenen Belastungsfähigkeit kennen und ein Leben in Ihrem eigenen Rhythmus führen – auch beruflich. Signalisieren Sie bei der Arbeit, was Sie schaffen können und was nicht. Vielleicht erledigen Sie bestimmte Aufgaben später? Dasselbe gilt auch im Privaten: Arzttermine für die Kinder, eine Geburtstagsparty organisieren und den Wocheneinkauf planen? Diese sogenannte Mental Load ist psychisch belastend und betrifft häufig, aber nicht ausschließlich Frauen. Sagen Sie Ihrem Umfeld, wenn Sie Hilfe brauchen.
  • Entspannungstechniken eignen sich gut, um Stress abzubauen. Yoga, Meditation oder bestimmte Atemtechniken helfen Ihnen, ruhiger zu werden und sich auf sich und Ihren Körper zu besinnen. Die langsame und tiefe Atmung bei diesen Methoden bewirkt, dass Ihr Blutdruck sinkt, Ihr Herzschlag langsamer wird und Ihr Nervenkostüm sich erholen kann. Wenn Sie über längere Zeit regelmäßig Entspannungsübungen anwenden, werden Sie feststellen, dass Sie insgesamt entspannter in die Welt blicken. Legen Sie daher mehrmals die Woche, vielleicht jeden Tag um dieselbe Uhrzeit, eine Entspannungspause ein.
  • Treiben Sie Sport. Der beste Stresskiller ist körperliche Aktivität. Sie wirkt sich auch positiv auf Ihre Psyche aus. Mit regelmäßiger Bewegung können Sie selbst in herausfordernden Situationen leichter eine entspannte Haltung wahren. Zudem wirkt sich die Aktivität positiv auf Ihren Diabetes aus.

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Diabetes: Vorsicht bei Kortison

Das Stresshormon Cortisol hat eine entzündungshemmende sowie antiallergische Wirkung und hemmt die Immunabwehr. Das künstlich hergestellte Kortison ahmt das körpereigene Cortisol nach. In der Medizin wird Kortison zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt, etwa gegen Allergien, Autoimmunerkrankungen oder Entzündungen. Bei einem Diabetes besteht unter einer Kortisontherapie aber die Gefahr, dass sich die Blutzuckerwerte verschlechtern. Wenn das Kortison nicht von dem Arzt oder der Ärztin verordnet wird, die auch Ihren Diabetes behandeln, sollten Sie auf Ihre Diabeteserkrankung hinweisen. Die lokale Kortisonanwendung über Cremes, als Nasenspray oder zum Inhalieren ist hingegen unkritisch.

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Höheres Diabetes-Risiko für Frauen nach der Menopause

Weibliche Sexualhormone schützen Frauen in jüngeren Jahren vor Herz- und Gefäßerkrankungen. Ab ungefähr 80 Jahren jedoch ist der Anteil an Erkrankten unter den Frauen ungefähr gleich groß wie bei den Männern und mit zunehmendem Alter sogar minimal höher. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich bei Diabetes: Nach der Menopause erkranken Frauen öfter als Männer im gleichen Alter. Zudem ist der Verlauf bei betroffenen Frauen häufig schwerer und der Diabetes erhöht bei ihnen das Risiko für eine koronare Herzkrankheit stärker als bei Männern. Ältere Männer mit Diabetes haben hingegen ein höheres Krebsrisiko als gleichaltrige Frauen mit der Erkrankung.

Dass Frauen mit zunehmendem Alter öfter und schwerer an bestimmten Krankheiten leiden, hat aber nur zum Teil mit dem sinkenden Östrogenspiegel zu tun. Frauen gehen oft anders mit ihrer Gesundheit um als Männer. Sie kümmern sich häufig um das Wohl ihrer Familienangehörigen und stellen dabei ihre eigenen Bedürfnisse manchmal in den Hintergrund. Dadurch kann es vorkommen, dass sie Warnsignale, etwa für eine Herzerkrankung, weniger stark wahrnehmen – auch, weil diese noch immer als typisch männlich gelten.

Selbstfürsorge bei Diabetes: aufmerksam mit sich selbst sein

Ob Mann oder Frau – es ist gut, Selbstfürsorge zu praktizieren. Erst recht, wenn ein Diabetes vorliegt. Wer die Selbstwahrnehmung schult und gesund lebt, kann den Diabetes besser managen und weiteren Erkrankungen vorbeugen. So tragen Sie zur Selbstfürsorge bei:

  • Ein gesunder Lebensstil: Ernähren Sie sich ausgewogen (angelehnt an die mediterrane Kost), bewegen Sie sich viel und verzichten Sie auf Nikotin sowie Alkohol.
  • Regelmäßige Arztbesuche: Gehen Sie zu allen Untersuchungsterminen im Rahmen von AOK-Curaplan und nutzen Sie die Krebsfrüherkennung sowie die regelmäßig angebotenen Gesundheits-Check-ups (ab 35 Jahren alle drei Jahre).
  • Eine gute Körperwahrnehmung: Horchen Sie in sich hinein, nehmen Sie körperliche Symptome wahr und ernst. Viele Krankheiten lassen sich im Anfangsstadium noch gut behandeln. Suchen Sie daher bei Beschwerden umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.

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