Nachhaltige Ernährung
So bleiben Ihre Lebensmittel länger frisch
Veröffentlicht am:18.08.2020
4 Minuten Lesedauer
Aktualisiert am: 26.01.2022
Viele Verbraucher kennen das Problem: Gerade erst eingekaufte Lebensmittel verderben, bevor sie verarbeitet werden. Die Folgen: Unnötiger Müll, und der Verbraucher hat quasi Geld verbrannt. Mit diesen Tipps bleiben Ihre Lebensmittel länger frisch.

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Lebensmittel richtig lagern
Nicht nur frische Kost wie Obst und Gemüse kann vor zu schnellem Verderben geschützt werden – auch Konserven, Brot oder Speiseöle bleiben gut erhalten, wenn sie an der richtigen Stelle gelagert werden. Mit diesen Aufbewahrungs-Tipps können Sie Lebensmittel länger haltbar machen.
Obst Gemüse und Salat Milch, Milchprodukte und Butter Eier Fleisch, Fisch und Hackfleisch Wurst und Schinken Müsli, Getreide, Mehl und Backpulver Kaffee, Kakao, Tee und Gewürze Marmelade Essig und Öl Konserven Brot Kekse, Schokolade und Pralinen
Lebensmittel putzen
Der richtige Lagerort allein reicht nicht aus, um Lebensmittel möglichst lange frisch zu halten. Er muss auch regelmäßig gesäubert werden. Die meisten Keime tummeln sich im Kühlschrank, vor allem das Gemüsefach sollte regelmäßig ausgewischt werden, da Pflanzenreste die Produktion von Mikroorganismen fördern. Zum Putzen bietet sich warmes Wasser mit Reinigungsmittel und einem Spritzer Essig an.
Warum Äpfel und Tomaten separat gelagert werden sollten
Tatsächlich sollte man Äpfel nicht zusammen mit anderen Obstsorten aufbewahren. Sie dünsten nämlich das Reifegas Ethylen aus, was alles in ihrer näheren Umgebung schneller reifen lässt. Sprich: Obst und Gemüse wird neben Äpfeln schneller schlecht.
Äpfel sollten am besten kühl und dunkel gelagert werden. Ist es zu warm, reifen sie schneller nach und verderben.
Auch Tomaten verströmen Ethylen. Legen Sie daher am besten weder Tomaten noch Äpfel in die Nähe zu anderen Obst- oder Gemüsesorten, um sie länger haltbar zu machen.
Lebensmittel sind länger haltbar als das Mindesthaltbarkeitsdatum verspricht
Zumeist steht auf einer Lebensmittelverpackung „Mindestens haltbar bis…“ – dies ist das Mindesthaltbarkeitsdatum MHD. Manche Verbraucher verwechseln diese Angabe mit „Zu verbrauchen bis…“ und entsorgen das Produkt nach Ablauf des MHDs, aus Sorge, etwas zu essen, was dem Körper schadet. Haben Sie Produkte zu Hause, bei denen das MHD überschritten ist? Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne – sie werden Ihnen zweifelsfrei verraten, ob das Lebensmittel noch verzehrt werden kann oder nicht: Wenn ein Lebensmittel sich verfärbt hat, wenn sich Gase gebildet haben, wenn der Geruch sich unangenehm verändert hat oder wenn sich Schimmel gebildet hat, werfen Sie das Lebensmittel weg.
Zum Beispiel ein Natur-Joghurt: Sieht er noch gut aus, hat keine Klümpchen, riecht nicht vergoren und schmeckt normal, können Sie ihn guten Gewissens genießen. Hat sich darauf Schimmel gebildet, sollten Sie ihn wegwerfen.
Auf frischem Fleisch, Hack oder auch auf Fisch ist oft die Angabe eines anderen Datums zu lesen: „Zu verbrauchen bis…“ Dieses Datum unbedingt beachten, da Frischfleisch schnell verdirbt und ernste gesundheitliche Probleme wie eine Lebensmittelvergiftung hervorrufen kann.
Zu viele Lebensmittel landen in der Tonne
12 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr von den Deutschen weggeworfen. Privathaushalte sind für mehr als die Hälfte dieser Lebensmittelabfälle verantwortlich. Durchschnittlich sind das etwa 75 Kilogramm pro Person.
Eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kam zu dem Ergebnis, dass 34 Prozent der Abfälle Obst und Gemüse sind, 14 Prozent Backwaren. Milchprodukte bilden mit neun Prozent das Schlusslicht.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Initiative gestartet, die Zu gut für die Tonne heißt. Auf der dazugehörigen Webseite finden Sie Rezepte und Tipps, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.