Stress
5 Atemübungen für Entspannung im stressigen Alltag
Veröffentlicht am:26.06.2020
14 Minuten Lesedauer
Aktualisiert am: 29.04.2024
Die meiste Zeit über atmen wir falsch, ohne es zu wissen – besonders bei Stress oder Überforderung. Mit diesen Atemübungen und praktischen Tipps für den Alltag können Sie bewusst entspannen!

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Darum sind Atemübungen gegen Stress wichtig
Kaum zu glauben, aber wahr: Viele Menschen atmen falsch, das zeigt eine US-amerikanische Studie der University of Evansville. Den Forschenden zufolge haben 60 bis 80 Prozent der Menschen eine viel zu flache und kurze Atmung. Sie holen nicht tief genug Luft und sie atmen in den oberen Brustkorb statt in den Bauch – pro Minute kommen so etwa 14 bis 18 Atemzüge zusammen. Idealerweise sollten es im Alltag bei geringer Belastung, zum Beispiel bei einem Bürojob, jedoch nur etwa zehn Atemzüge pro Minute sein.
Als Hauptursache für eine kurze, flache Atmung gilt Stress. Wenn die Gedanken kreisen, weil uns etwa Sorgen plagen oder wir mitten in einer Prüfungssituation stecken, fällt es uns schwer, richtig und tief zu atmen – uns bleibt regelrecht die Luft weg.
Wir können Stress jedoch entgegenwirken, wenn wir wieder bewusster und tiefer atmen. Gezielte Atemübungen sind daher ideale Strategien für die Stressbewältigung.
Das passiert, wenn wir falsch atmen
Anstatt das gesamte Lungenvolumen zu nutzen, wird lediglich der obere Teil der Lunge mit Sauerstoff versorgt. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten können Folgen dieser Atmung sein. Angst und Panik können sich durch eine oberflächliche Atmung sogar verschlimmern.
Wie atmet man richtig?
Die optimale Atmung ist die Bauch- und Zwerchfellatmung. Sie heißt auch „Vollatmung“, da der ganze Brust- und Bauchbereich an der Atmung beteiligt ist und das gesamte Lungenvolumen genutzt wird. Beim tiefen Einatmen schiebt sich das Zwerchfell in den Bauchraum, der sich dadurch nach außen wölbt.
Mit dieser Atemtechnik nimmt der Körper am meisten Sauerstoff auf. So aus dem Bauch heraus atmen viele aber oft nur bei körperlicher Anstrengung oder bei Atemnot – denn dann gilt es, den Körper mit viel Sauerstoff zu versorgen.
Welche Leistungen bietet die AOK zur Stressbewältigung an?
Die Leistungen der AOK unterscheiden sich regional. Mit der Eingabe Ihrer Postleitzahl können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und passende Leistungen Ihrer AOK anzeigen.
Richtig atmen und Stress reduzieren – mit diesen 5 Atemtechniken
Ein gezieltes Atemtraining hilft dabei, die Atmung dauerhaft zu verbessern. Führen Sie die Atemübungen regelmäßig durch, werden Sie im Alltag stärker darauf achten, tiefere, gleichmäßige Atemzüge zu nehmen. Dadurch stellt sich der gewünschte Effekt ein: Sie werden langfristig an innerer Ruhe und Ausgeglichenheit gewinnen. Atemübungen sind nämlich zugleich auch die simpelsten und effektivsten Entspannungstechniken gegen Stress.
Übrigens: Wer durch die Nase atmet, atmet ruhiger und länger. Daher steht bei diesen Atemübungen die Nasenatmung im Fokus:
Atemübung 1: Atmung bewusst wahrnehmen Atemübung 2: Mit dem 4-7-11-Atemtrick schneller einschlafen Atemübung 3: Länger ausatmen – die Stress-Soforthilfe Atemübung 4: Mit der Lippenbremse zur inneren Ruhe kommen Atemübung 5: Wie eine Biene summen
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- Achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung: Sitzen Sie gekrümmt, ist tiefes, richtiges Atmen nicht mehr möglich, da das Zwerchfell und die Bauchmuskeln blockiert sind.
- Tragen Sie bequeme Kleidung: Meiden Sie Hosen, die Ihnen im wahrsten Sinne des Wortes die Luft abschnüren.
- Sorgen Sie für frische Luft: Lüften Sie regelmäßig zuhause und im Büro und bewegen Sie sich viel an der frischen Luft.
- Beobachten Sie Ihren Atem: Zählen Sie Ihre Atemzüge, wann immer Sie Zeit haben – in der Bahn, beim Kochen oder vor dem Zubettgehen. Machen Sie ein kleines Ritual daraus. Nach kurzer Zeit werden Sie merken, dass Ihre Atmung gleichmäßiger wird.
- Einatmen, ausatmen, Atempause: Für eine gesunde Atmung ist es wichtig, diesen Dreierrhythmus des Atems ab und zu bewusst wahrzunehmen, besonders an stressigen Tagen. Die bewusste Atmung sorgt nämlich schnell für Entspannung.
- Sport hilft Ihnen dabei, richtig atmen zu lernen: Kraftsport stärkt die Bauchmuskulatur, Ausdauersport wie Joggen und Radfahren trainiert die Atmung.
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