Statement

Was für Männer gut ist, muss es noch lange nicht für Frauen sein

08.03.2024 AOK Baden-Württemberg 3 Min. Lesedauer

Maren Diebel-Ebers zur geschlechterspezifischen Gesundheitsversorgung

Portrait Maren Diebel-Ebers
Maren Diebel-Ebers, Vorsitzende des Verwaltungsrates der AOK Baden-Württemberg, Versichertenseite

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Er wird seit 1911 begangen und macht weltweit auf Frauenrechte und die Defizite bei der Gleichstellung aufmerksam. Neben seiner politischen Dimension hat die Gleichstellung der Geschlechter dabei auch noch hohe Relevanz für die Gesundheitsversorgung. 

Zu lange hat sich die Forschung nur am Mann orientiert. Bei verschiedenen Medikamenten ist erst nach der Zulassung Die Berechtigung, zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Leistungen zu erbringen, setzt… entdeckt worden, dass sie für Frauen größere Risiken bergen. Es kann also gefährlich sein, geschlechtsspezifische Besonderheiten zu ignorieren. Erkrankungsrisiken, Symptome und Krankheitsverläufe können bei Frauen anders aussehen als bei Männern. Die beiden biologischen Geschlechter sprechen in vielen Fällen auch unterschiedlich auf Therapien an, außerdem beeinflusst das biologische Geschlecht die Funktionsweise des Organismus. Und das soziale Geschlecht wirkt sich auf das Verhalten in Bezug zur eigenen Gesundheit und dem Zugang zur Versorgung aus. Beide Bereiche stehen im Fokus der geschlechtsspezifischen Medizin. 

Unterschiede müssen zukünftig stärker in der Forschung berücksichtigt werden, neue Erkenntnisse müssen in Ausbildung und Praxis einfließen. Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet das zum Beispiel, dass sie sich dem Thema schon im Medizinstudium systematisch annähern sollten. Momentan werden geschlechtsspezifische Unterschiede in der medizinischen Lehre oft nur punktuell behandelt, und nur wenige deutsche Fakultäten und Lehrbücher setzen sich systematisch und umfangreich mit der Problematik auseinander. Es ist zu begrüßen, dass sich das jetzt ändert. So gilt ab 2025 eine neue Approbationsordnung, die geschlechtsspezifische Unterschiede in den Lehrplänen des Medizinstudiums verankert. Medizin ist kein Randthema mehr. Vielmehr wird sie ein immer wichtigerer Bereich der Wissenschaft mit dem großen Potenzial, die Gesundheitsversorgung für alle Menschen zu verbessern. Was für Männer gut ist, muss es noch lange nicht für Frauen sein.

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