Pressemitteilung

Abwärtstrend bei Blinddarm-Operationen in Westfalen-Lippe setzt sich fort  

03.04.2025 AOK NordWest 3 Min. Lesedauer

Rückgang der Fallzahlen mehr als 20 Prozent seit 2018

Ein Mädchen liegt an einer Infusion angeschlossen im Krankenhausbett.
Starke Schmerzen, Abwehrspannung und Druckschmerz im rechten Unterbauch. Dazu Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Bei solchen Symptomen könnte es sich um eine Blinddarmentzündung handeln. Bestätigt sich der Verdacht, ist eine Operationen nicht in jedem Fall erforderlich.

Dortmund. In Westfalen-Lippe ist die Zahl der Blinddarm-Operationen weiter rückläufig. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Danach wurden im Jahr 2024 insgesamt 2.614 stationäre Eingriffe bei AOK-Versicherten vorgenommen. Das sind 3,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor (2.711) und sogar 21,5 Prozent weniger als im Jahr 2018 (3.332). „Bei einer Blinddarmentzündung ist nicht immer sofort eine Operation erforderlich. Durch die Gabe von Antibiotika und bildgebende Verfahren kann eine gesicherte Diagnose gestellt und dadurch eine Operation im Einzelfall vermieden werden“, sagt AOK-Vorstandsvorsitzender Tom Ackermann.

„Besonders bei kleinen Kindern wird eine Blinddarmentzündung oft erst spät erkannt.“

Tom Ackermann

Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest

Besondere Gefahren für Kleinkinder

Bei einer Blinddarmentzündung ist der sogenannte Wurmfortsatz (Appendix) entzündet, der am Ende des Blinddarms liegt. Anzeichen sind starke Schmerzen, Abwehrspannung und Druckschmerz im rechten Unterbauch, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. Da diese Krankheitszeichen aber auch auf andere Erkrankungen hindeuten, ist die Diagnose nicht einfach zu stellen. Besonders bei kleinen Kindern wird die Entzündung oft erst spät erkannt, da Kinder die typischen Symptome oftmals nicht klar äußern können oder charakteristische Symptome wie Fieber oder Schmerzen nur mild bis gar nicht in Erscheinung treten. Weinen, Unruhe, vermehrtes Liegen mit angezogenen Beinen, erhöhte Leukozytenwerte (weiße Blutkörperchen) und weitere Entzündungsparameter im Blut können den Verdacht auf eine Appendizitis erhärten.

Diagnose schnell stellen

„Bei einer Blinddarmentzündung muss der Arzt Die ärztliche Berufsausübung, die Ausübung der Heilkunde, setzt nach der Bundesärzteordnung eine… oder die Ärztin schnell eine Diagnose stellen und entscheiden, ob der Blinddarm entfernt werden muss oder nicht“, sagt Ackermann. Durch die Fortschritte in der bildgebenden Diagnostik, insbesondere durch den Einsatz von Ultraschall, MRT (Magnetresonanztomographie) und Computertomographie (CT), können Mediziner besser zwischen einer akuten Appendizitis und anderen Erkrankungen unterscheiden, die ähnliche Symptome hervorrufen. Dies führt dazu, dass weniger Patienten unnötig operiert werden. Häufig wird auch eine Antibiotikatherapie bei Verdacht auf Blinddarmentzündung sofort eingeleitet. Das verschafft mehr Zeit. Eine Operation wird in der Regel erst bei gesicherter Diagnose durchgeführt. Wenn sich der Verdacht nicht bestätigt und keine schwerwiegenden Symptome vorliegen, kann auf eine Operation verzichtet werden. In unklaren Fällen kann jedoch eine diagnostische Laparoskopie erforderlich sein, bei der der Wurmfortsatz gegebenenfalls direkt entfernt wird.

Appendektomie überwiegend minimal-invasiv

Bei diagnostisch bestätigten akuten Blinddarmentzündungen gilt nach Empfehlungen der aktuellen S1- Leitlinie ,,Empfehlungen zur Therapie der akuten Appendizitis bei Erwachsenen“ nach wie vor als Goldstandardtherapie, den Wurmfortsatz im Rahmen einer Operation zu entfernen. Die Appendektomie erfolgt heutzutage überwiegend minimal-invasiv, mittels ‚Schlüssellochchirurgie‘. Sie ist die am häufigste durchgeführte Bauchoperation. „Die Blinddarm-Operation gehört zu den Behandlungen, zu denen uns Qualitätsinformationen vorliegen“, sagt AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Chef Ackermann. Über die Krankenhaussuche im AOK-Gesundheitsnavigator können sich Patienten und Angehörige darüber informieren, welche Kliniken in ihrer Nähe bei häufig durchgeführten Eingriffen wie der Blinddarm-Operation im Hinblick auf Komplikationen besonders gut abschneiden. Weitere Informationen im Internet unter aok.de/gesundheitsnavigator.

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Pressesprecher

Jens Kuschel

AOK NordWest