Studie zu Attacken gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen
Beschäftigte im Gesundheitswesen werden bei ihrer Arbeit zunehmend beleidigt und bedroht. Eine vom NRW-Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Studie soll nun Basis für Handlungsempfehlungen werden, wie sich die Betroffenen besser schützen lassen. Auch Selbsthilfe-Aktive und -Unterstützende sehen sich zunehmend mit menschen- und demokratiefeindlichen Tendenzen konfrontiert. Das belegen unter anderem die Ergebnisse einer Umfrage der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle für die Selbsthilfe (NAKOS).

Von der Störung, über die Pöbelei und Beleidigung bis hin zur körperlichen Attacke: Immer wieder gibt es Berichte über Angriffe und Drohungen gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen Das Gesundheitswesen umfasst alle Einrichtungen, die die Gesundheit der Bevölkerung erhalten,… . Um einen genauen Überblick über die Problematik und auch mögliche Lösungsansätze zu erlangen, hat das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium eine Studie zu Rassismus und Antisemitismus gegenüber Beschäftigten im Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen in Auftrag gegeben.
Zuverlässige Zahlen über Rassismus- und Gewaltvorfälle
Basis dieser Studie ist eine Online-Befragung, die sich an alle Beschäftigten des Gesundheitswesens richtet und nun gestartet wurde. Die Studie soll zuverlässigere Zahlen und einen detaillierteren Überblick über Rassismus-, Antisemitismus- und Gewaltvorfälle liefern. Auf dieser Grundlage wird das mit der Studie beauftragte iSPO-Institut für Sozialforschung, Praxisberatung und Organisationsentwicklung konkrete Handlungsempfehlungen für Einrichtungen des Gesundheitswesens entwickeln, um einen stärkeren Schutz für die Beschäftigten zu erreichen. Alle im Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen tätigen Personen sind aufgerufen, an der Online-Befragung teilzunehmen. Die Endergebnisse der Studie werden im Sommer 2026 erwartet.
„Es ist unerträglich und bestürzt mich zutiefst, wenn Beschäftigte im Gesundheitswesen in ihrem Dienst für das Gemeinwohl Opfer von Diskriminierung, Rassismus und Gewalt werden. Als Gesellschaft müssen wir uns klar und deutlich gegen solches Verhalten stellen und zeigen, dass wir keine Toleranz für Hass, Hetze oder gar Handgreiflichkeiten haben. In diesem Sinne hat das Gesundheitsministerium vor Kurzem gemeinsam mit zentralen Akteuren des Gesundheitswesens eine Initiative gestartet, mit der wir auf das Problem von Übergriffen aufmerksam machen und zugleich Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen zeigen wollen“, erklärt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.
Verbale Gewalt in der Selbsthilfe
Auch Selbsthilfe-Aktive und -unterstützende sehen sich zunehmend mit menschen- und demokratiefeindlichen Tendenzen konfrontiert. Das belegen unter anderem die Ergebnisse einer Umfrage der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle für die Selbsthilfe (NAKOS). Die Umfrage in 140 Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen war Teil des vom AOK Die AOK hat mit mehr als 20,9 Millionen Mitgliedern (Stand November 2021) als zweistärkste Kassenart… -Bundesverband geförderten Projekt „Transformation in der Selbsthilfe“. Über die Hälfte der befragten Mitarbeitenden in Selbsthilfekontaktstellen gab an, Vorfälle selbst erlebt oder von Selbsthilfe-Aktiven darüber informiert worden zu sein. Sie berichteten etwa von Beleidigungen und Abwertungen. Zu den erlebten Vorfällen gehörte beispielsweise, dass Personen(-gruppen) aufgrund von Ungleichheitsideologien beleidigt oder abgewertet wurden, oder dass Selbsthilfegruppentreffen gestört oder beeinflusst wurden. Ebenso erhielten Befragte Anfragen zu Gruppengründungen von Personen, deren Haltungen nicht mit den Werten der Selbsthilfe übereinstimmen.