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Gipfel will Inklusion behinderter Menschen als Teil internationaler Hilfe festschreiben

02.04.2025 2:30 Min. Lesedauer

Bundeskanzler Olaf Scholz hat die Verantwortung Deutschlands für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen betont. „Inklusion ist ein grundlegendes Menschenrecht“, sagte der SPD-Politiker anlässlich der Eröffnung des Global Disability Summit (GDS) heute in Berlin. Niemand dürfe wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Der Weltgipfel für Menschen mit Behinderung wird von Deutschland und Jordanien gemeinsam mit dem Weltdachverband der Selbstvertretungsorganisationen von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. An dem zweitägigen Treffen nehmen mehr als 3.000 Experten aus mehr als 100 Ländern teil. In der Schlusserklärung des Gipfels soll die Zusage stehen, 15 Prozent aller Hilfsprojekte Behinderten zu widmen.

Laut einer Studie des Kinderhilfswerks Unicef bestehen selbst in wohlhabenden Ländern drastische Ungleichheiten zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. So sterben dem „Global Disability Inclusion Report“ zufolge Menschen mit Behinderung weltweit im Schnitt 14 Jahre früher. In armen Ländern betrage die Lücke 23, in den reichsten Ländern zehn Jahre. Während in den reichsten Ländern 88 Prozent der Menschen mit einem solchen Handicap Hilfsmittel wie Prothesen, Rollstühle oder Hörgeräte nutzen, sind es in den ärmsten Ländern nur elf Prozent. 

König Abdullah II. von Jordanien forderte stärkere weltweite Anstrengungen zum Schutz von Erwachsenen und Kindern mit Behinderungen, besonders in Konfliktzonen. Die Situation in Gaza, das weltweit die höchste Anzahl von Kindern mit Amputationen habe, sei „ein schmerzhaftes Beispiel“, sagte der Monarch. „Wir müssen sicherstellen, dass jeder ein Leben in Würde, Freude und Hoffnung führen kann.“ Inklusion sei nicht allein eine Frage der Barrierefreiheit, sondern die Anerkennung des Potenzials, das jedem Menschen innewohne.

Nawaf Kabbara, Präsident der International Disability Alliance, sprach von einem wichtigen Signal, das von dem Gipfel ausgehe. Angesichts der globalen Bestrebungen, Bemühungen um Inklusion zurückzufahren, sei es wichtig, hier ein Gegengewicht zu setzen. Am Ende des Gipfels soll die sogenannte „Amman-Berlin-Erklärung“ stehen, wonach 15 Prozent der Mittel für internationale Entwicklungsprogramme für Menschen mit Behinderung eingesetzt werden. Das 15 Prozent-Ziel leitet sich von der Tatsache ab, dass 15 Prozent der Weltbevölkerung – etwa 1,3 Milliarden Menschen – eine Form von Behinderung haben.

Die Chefin des Sozialverbandes VDK, Verena Bentele, nannte dies im „Bayerischen Rundfunk“ (BR) „ein gutes Signal“. Die Abschlusserklärung sei aber nicht verbindlich und enthalte voraussichtlich keine konkreten Zusagen, kritisierte sie. (at)

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