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Deutsche haben kaum Hoffnung auf niedrigere Kassenbeiträge

03.04.2025 3 Min. Lesedauer

Die Menschen in Deutschland rechnen derzeit weder mit stabilen und noch weniger mit sinkenden Krankenkassenbeiträgen. 86 Prozent erwarten sogar, dass die Beiträge spätestens im kommenden Jahr weiter steigen werden. Das ergab eine aktuelle und repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des AOK-Bundesverbandes. „Seit Jahren lässt man die Sozialversicherungsbeiträge laufen und dehnt die Belastungsgrenzen der gesetzlich Versicherten aus. Das darf nicht so weitergehen!“, kritisierte die Verbandsvorsitzende Carola Reimann und forderte von der möglichen künftigen Koalition „ein glaubwürdiges Signal der nachhaltigen Beitragsstabilisierung“.

Erst zu Jahresbeginn war der erhobene durchschnittliche Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen auf 2,92 Prozent gestiegen – ein Plus von mehr als 1,2 Punkten. 91 Prozent der Forsa-Befragten halten stabile Beiträge zur gesetzlichen Kranken- (GKV) und sozialen Pflegeversicherung (SPV) für sehr wichtig oder eher wichtig. Nur jeder Fünfte hat demnach den Eindruck, dass das eingesammelte Geld „im Großen und Ganzen wirtschaftlich eingesetzt“ wird. Weit mehr als zwei Drittel sind der Überzeugung, dass die Beiträge zu wenig effizient eingesetzt werden. „Wir müssen wirklich aufpassen, dass sich dieses Gefühl der Verschwendung nicht verfestigt“, warnte Reimann. Zu viel Beitragsgeld versickere in veralteten und unkoordinierten Strukturen.

Der GKV-Schätzerkreis beim Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) prognostiziert für das laufende Jahr GKV-Ausgaben von 341 Milliarden Euro, noch einmal rund 20 Milliarden Euro mehr als 2024. „Die Versicherten merken, dass sie einerseits immer mehr bezahlen und anderseits an Grenzen des Systems stoßen, etwa durch Wartezeiten auf Facharzttermine“, unterstrich die AOK-Vorständin. Unter dem Titel „Besser, nicht teurer“, wirbt die AOK in ihren Positionen für die Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl für „die wirtschaftliche Verwendung von Beitragsgeldern“, unter anderem durch die Modernisierung der Krankenhauslandschaft, den Ausbau der hausärztlichen Versorgung zur primärärztlichen Versorgung, sowie interprofessionelle Zusammenarbeit.

Bis zu 35 Milliarden Euro ließen sich kurzfristig einsparen, rechnete der AOK-Bundesverband jüngst in seinem Sofortprogramm für Gesundheit und Pflege vor. In einem ersten Schritt würden demnach GKV und SPV um jeweils rund zehn Milliarden Euro entlastet, wenn alle versicherungsfremden Leistungen und Investitionskosten aus Steuermitteln finanziert würden. Auf der Ausgabenseite sieht die AOK Effizienzreserven von rund 14 Milliarden Euro. (rbr)

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