Kassen melden Vollzug: ePA für 70,5 Millionen Versicherte
Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Einrichtung der elektronischen Patientenakte (ePA) abgeschlossen. Das teilte der GKV-Spitzenverband heute in Berlin mit. „Jetzt sind praktisch alle gesetzlich Versicherten mit ihrer persönlichen elektronischen Patientenakte ausgestattet“, sagte die Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer. Ausgenommen ist ein geringer Teil von Bürgern, der der Digitalisierung seiner Gesundheitsdaten widersprochen hat. Insgesamt existieren laut GKV bislang rund 70,5 Millionen elektronische Akten.
Zunächst testen etwa 300 Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken und Kliniken die ePA in drei Modellregionen. Sollten die Ergebnisse in Franken, im Raum Hamburg und Teilen von Nordrhein-Westfalen (Rhein-Ruhr und Köln-Bonn) positiv ausfallen, folgt der bundesweite Einsatz. Die ePA für alle sei „ein komplexes IT-Projekt“, das eine „Aufwärmphase“ benötige, so Pfeiffer. Die GKV-Chefin weiter: „Auch bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und dem e-Rezept hat nicht alles gleich von Beginn an völlig reibungslos geklappt.“ Inzwischen erleichterten aber beide Anwendungen Versicherten, Unternehmern, Ärzteschaft und Apothekern den Alltag.
Die elf AOKs hatten bereits vergangene Woche ePA-Vollzug gemeldet. Seit Mitte Januar sind laut ihrem Bundesverband für knapp 26,4 Millionen Versicherte Patientenakten angelegt worden. Das entspricht mehr als 96 Prozent der AOK-Versicherten.
Deutschlandweit wird die ePA voraussichtlich im April starten. In einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), das G+G vorliegt, wird eine „frühestmögliche bundesweite Nutzung Anfang des zweiten Quartals 2025“ angekündigt. Die für die technische Umsetzung zuständige Gematik GmbH avisiert ebenfalls den April. Zuvor sei Mitte März eine Auswertung der Testphase geplant. GKV-Verbandschefin Pfeiffer hob die Vorteile der ePA hervor: Sie sei „ein Riesenschritt auf dem Weg zur Digitalisierung des Gesundheitswesens und eine große Chance, die Versorgung der Menschen nachhaltig zu verbessern.“
Vor wenigen Wochen hatten Spezialisten des „Chaos Computer Club“ Sicherheitslücken beklagt. So sei es für Unbefugte vergleichsweise einfach, Zugriff auf die ePA zu erlangen. Die zuständige Digitalagentur Gematik verweist aber auf hohe Schutzstandards. So müssen ePA-Betreiber ein Zulassungsverfahren durchlaufen, das nach Vorgaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt wurde. (fb)
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