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Blankoverordnung in der Ergotherapie

Seit April gibt es in der Ergotherapie die sogenannte Blankoverordnung. Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten können bei drei Diagnosegruppen künftig eigenverantwortlich über die Auswahl der Heilmittel, die Therapiefrequenz, die Dauer der einzelnen Behandlungstermine sowie die Gesamtdauer der Therapie entscheiden.

Blankoverordnung für drei Diagnosegruppen

Seit dem 1. April 2024 können Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten mehr eigenverantwortlich handeln. Die Vertragspartner haben sich auf die sogenannte Blankoverordnung verständigt (nach § 125a SGB V). Für drei Diagnosegruppen dürfen die Therapeuten über

  • die Auswahl der Heilmittel,
  • die Therapiefrequenz,
  • die Dauer der einzelnen Behandlungstermine sowie die
  • Gesamtdauer der Therapie pro Blankoverordnung entscheiden.

Mit der Blankoverordnung wird die Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten mit Heilmitteln der Ergotherapie um einen neuen Zugangsweg erweitert. Eine ärztliche Indikationsstellung sowie eine Verordnung sind allerdings weiterhin erforderlich.

Drei Diagnosegruppen für die Blankoverordnung

  • SB1 (Erkrankungen der Wirbelsäule, Gelenke und Extremitäten, mit motorisch-funktionellen Schädigungen),
  • PS3 (unter anderem wahnhafte und affektive Störungen/ Abhängigkeitserkrankungen) und
  • PS4 (Dementielle Syndrome).

AOK-Flyer stellt Besonderheiten der Blankoverordnung vor

Abrechnung von Blankoverordnungen für Ergotherapie

Für die Blankoverordnung von Ergotherapie gelten Regelungen aus dem Vertrag nach § 125a SGB V für die Verordnung, Erbringung und Abrechnung von Leistungen in den Diagnosegruppen SB1, PS3 und PS4.

Hinweise zur Abrechnung
Person unterschreibt Dokument
iStock.com/Visivasnc

Vertrag nach § 125a SGB V (Blankoverordnung)

Wirtschaftliche Verantwortung: Ampelsystem mit flexiblen Zeitintervallen

Die Vertragspartner haben sich auf ein Ampelsystem mit flexiblen Zeitintervallen (à 15 Minuten) für die drei vertraglich vereinbarten Diagnosegruppen geeinigt (Anlage 1 des Vertrages nach § 125a SGB V). Die Preise der 15-Minuten-Zeitintervalle orientieren sich an der Preisliste des Vertrags nach § 125 SGB V. Die Zielsetzung dabei ist, eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten zu gewährleisten.

Das Ampelsystem bedeutet, dass die in der grünen, gelben und roten Phase jeweils vereinbarte Anzahl an durchführbaren Zeitintervallen von den Therapeuten innerhalb einer Blankoverordnung eingesetzt werden kann. Der Zeitraum der Therapie für eine Blankoverordnung ist auf maximal 16 Wochen begrenzt.

Um eine unwirtschaftliche Mengenausweitung zu vermeiden, wurde in der roten Phase ein Vergütungsabschlag von neun Prozent vereinbart. Dieser Abschlag wird unmittelbar im Abrechnungsverfahren durch die Krankenkasse bei der Auszahlung der Vergütung umgesetzt.

Übersicht der neuen Abrechnungspositionen (GPOS) für die Blankoverordnung

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